Mittwoch, 20. Februar 2019

AMB Generali Volksfürsorge wird wegfusioniert

Um Kosten zu sparen, will die AMB Generali ihre Töchter Volksfürsorge und Generali Versicherungen fusionieren. Was dies für die Mitarbeiter beider Unternehmen in München und Hamburg bedeutet, ließ AMB Generali zunächst offen. Möglicherweise stehen bis zu 500 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

München/Hamburg - Wie AMB Generali Börsen-Chart zeigen am Abend mitteilte, wurde ein entsprechendes Konzept vom Vorstand am Donnerstag dem Aufsichtsrat vorgestellt.

AMB-Generali Sitz in Aachen: Der Versicherungskonzern plant die Fusion seiner Töchter Volksfürsorge und Generali
Demnach sollen die neuen Sach- und Lebensversicherer den Namen "Generali" tragen. Der Sitz des fusionierten Unternehmens soll München sein. Der Standort Hamburg, bisheriger Hauptsitz der Volksfürsorge Versicherungen, bleibe jedoch erhalten, wie AMB Generali mitteilte.

Zu personellen Konsequenzen der Fusion wollte sich ein Sprecher der AMB Generali mit Verweis auf eine für Freitag angekündigte Telefonkonferenz nicht äußern. Das Wirtschaftsmagazin "Capital" berichtet jedoch am Donnerstag in seiner Online-Ausgabe, der Aufsichtsrat habe am Montag beschlossen, dass 450 bis 500 Stellen wegfallen sollen.

Gegenwärtig beschäftigen die Generali Versicherungen am Hauptsitz München rund 1400 Mitarbeiter. Im Stammsitz der Volksfürsorge Versicherungen an der Hamburger Außenalster arbeiten zurzeit etwa 1800 Menschen. Hinzu kommt eine Vielzahl bundesweit tätiger Außendienstkräfte.

Die Verschmelzung, die den Konzern wettbewerbsfähiger machen soll, werde bis zum Jahresbeginn 2009 vollzogen. Damit plant AMB Generali eine jährliche Kostenreduzierung von rund 100 Millionen Euro. Der Konzern rechnet für 2007 mit einem Gewinn von 400 Millionen Euro, für 2008 mit einem Überschuss von 450 Millionen Euro.

Profiteur ist der italienische Mutterkonzern

"Für die beiden Folgejahre erwartet der Konzern aufgrund bereits in Umsetzung befindlicher Maßnahmen sowie der aktuell vorgestellten Fusion der beiden Versicherer eine Steigerung des Jahresüberschusses auf 500 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2009 und 550 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2010", hieß es.

Bereits im März hatte AMB Generali angekündigt, trotz einer zehnprozentigen Gewinnsteigerung und guter Aussichten bis Ende 2008 noch einmal 1000 Stellen streichen und damit seinen Sparkurs beim Personalbestand fortsetzen zu wollen.

Insgesamt arbeiteten im vergangenen Jahr rund 17.600 Mitarbeiter im Innen- und Außendienst für AMB Generali, das sind 5,4 Prozent weniger als 2005. Zur AMB Generali gehören unter anderem auch die AachenMünchener, die Central Krankenversicherung, Advocard und CosmosDirekt.

Unmittelbar nach Veröffentlichung der Fusionspläne kündigte zudem der italienische Mutterkonzern Generali in Venedig an, seinen Überschuss bis 2009 gegenüber 2006 um fast 60 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro erhöhen zu wollen. Im Rahmen der verabschiedeten neuen Drei-Jahres-Strategie soll zudem die Dividende verdoppelt werden.

Die zuvor angekündigte Reorganisation der deutschen Tochter AMB Generali werde den operativen Gewinn des Konzerns 2009 um 130 Millionen Euro erhöhen, mittelfristig um 190 Millionen Euro jährlich.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dpa-afx und dpa

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