Freitag, 22. Februar 2019

SachsenLB Notverkauf noch am Wochenende

Bei der angeschlagenen SachsenLB spitzt sich die Lage weiter zu. Noch an diesem Wochenende soll ein neuer Eigentümer gefunden werden, wie jetzt erstmals offiziell bekannt wurde. Gleichzeitig stehen der Landesbank offenbar weitere personelle Konsequenzen ins Haus.

Dresden - Für die krisengeschüttelte Landesbank Sachsen soll noch an diesem Wochenende eine Lösung gefunden werden. In einer kurzen Sondersitzung hat Finanzminister Horst Metz (CDU) die sächsische Regierung am Samstag über laufende Verhandlungen mit anderen Landesbanken informiert.

Eile scheint geboten:
Nach Fehlspekulationen soll die SachsenLB durch einen schnellen Eigentümerwechsel gerettet werden
Das Kabinett sei sich einig, dass die Verhandlungen am Wochenende fortgesetzt und erfolgreich abgeschlossen werden, sagte Metz im Anschluss der Sitzung. "Ich gehe davon aus, dass wir am Wochenende eine gute Lösung für den Freistaat finden werden." Gespräche würden unter anderem mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) geführt. Am Freitagabend sei bis 1.30 Uhr nachts verhandelt worden.

Der Minister bestätigte damit zum ersten Mal Informationen, wonach die Landesbank kurzfristig verkauft und damit gerettet werden soll. Metz ist zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrats der SachsenLB. Jede weitere Stellungnahme lehnte er ab. Danach kehrte er zurück in die Verhandlungen mit Landesbanken.

Landesbank in Schieflage

Nach einem Bericht der "Welt" (Samstagausgabe) wollen die Eigentümer der Sachsen LB - der Freistaat und die Sachsen Finanzgruppe - am Sonntagabend über einen Zusammenschluss mit einer anderen Landesbank entscheiden. Favorit soll demnach die Landesbank Baden-Württemberg LBBW sein. Gleichlautende Spekulationen hatte es bereits am Freitag auch in anderen Medien gegeben. Bei der LBBW hieß es am Samstag: "Kein Kommentar".

Wegen der US-Hypothekenmarktkrise war der von der Bank-Tochter Sachsen LB Europe (Dublin/Irland) gemanagte Fonds Ormond Quay in Bedrängnis geraten. Die Sparkassen-Finanzgruppe stellte eine Kreditlinie von 17,3 Milliarden Euro bereit. Grund für die eilige Suche nach einem neuen Eigentümer sei ein neues Liquiditätsloch von 400 Millionen Euro, wie Medien am Freitag und am Samstag unter Berufung auf Finanzkreise berichteten.

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