Samstag, 17. November 2018

Siemens Dade Behring war "kein Schnäppchen"

Ende Juli hat Siemens die Übernahme des US-Diagnostikspezialisten Dade Behring für sieben Milliarden Dollar verkündet. Ein ambitionierter Preis - das gibt inzwischen auch Finanzchef Joe Kaeser zu. Erst vom Jahr 2013 an werde sich die teure Akquisition auszahlen.

München - Die Übernahme des US-Diagnostikspezialisten Dade Behring wird beim Münchner Technologiekonzern Siemens Börsen-Chart zeigen über Jahre Wert vernichten. "Ich teile die Auffassung, dass Dade Behring nun wirklich kein Schnäppchen war", sagte Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser in einem Interview der "Börsen-Zeitung" (Freitagausgabe).

Siemens Medical Solutions: In den nächsten zwei Jahren soll es keine größeren Akquisitionen mehr geben
obs/GETINGE AB/Siemens
Siemens Medical Solutions: In den nächsten zwei Jahren soll es keine größeren Akquisitionen mehr geben
Die sieben Milliarden Dollar teure Akquisition sei kurzfristig nicht wertschaffend, räumte er ein. Dies werde erst 2013 erreicht - später als sonst bei Übernahmen. In den nächsten zwei Jahren werde es in der Medizintechnik nun keine größeren Zukäufe mehr geben.

Im laufenden vierten Quartal des Siemens-Geschäftsjahres (bis Ende September) dürfte der Konzern in etwa auf einen operativen Gewinn von gut 1,9 Milliarden Euro kommen, ergänzte Kaeser.

Der Finanzchef deutete weitere Verkäufe an, nachdem sich die Münchner von ihrer Autozuliefersparte VDO getrennt haben. "Im Rahmen des neuen Programms 'Fit for 2010' hat das ganze Management klargemacht, dass sich das Unternehmen fokussieren und auf seine Stärken konzentrieren muss." Es werde deswegen "Priorisierungen" geben.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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