Mittwoch, 19. Dezember 2018

Daimler-Trennung The New Chrysler

Nach neunjähriger Ehe mit dem deutschen Autokonzern Daimler ist Chrysler nun wieder auf sich allein gestellt. Das amerikanische Unternehmen muss grundlegend saniert werden, um die Straße des Erfolgs zu erreichen.

Auburn Hills/Stuttgart - Nach der Trennung der Autokonzerne Daimler und Chrysler wird sich das amerikanische Unternehmen von Montag an als "The New Chrysler" präsentieren. Statt des Mercedes-Sterns wird der traditionsreiche amerikanische Autokonzern wieder auf seinen fünfzackigen Stern, den "Pentastar", als Firmensymbol zurückgreifen, wie Chrysler mitteilte.

Am Freitag hatte der Finanzinvestor Cerberus endgültig 80,1 Prozent der Anteile für 7,4 Milliarden Dollar übernommen und damit offiziell das Ende der transatlantischen Auto-Allianz DaimlerChrysler beendet. Die Stuttgarter, die sich in Daimler AG umbenennen wollen, behalten die Restbeteiligung von 19,9 Prozent. Das Unternehmen hatte 1998 rund 36 Milliarden Dollar für Chrysler hingeblättert.

Cerberus und die Stuttgarter werden dem Industriegeschäft der Chrysler Group eine Kreditlinie mit einem Volumen von zwei Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) zur Verfügung stellen, die innerhalb eines Jahres zu ziehen sei. Auf DaimlerChrysler entfällt laut Konzernchef Dieter Zetsche ein Anteil von 1,5 Milliarden Dollar.

Bernhard wird Chefkontrolleur

Der Verwaltungsratsvorsitzende des neuen Chrysler-Besitzers Cerberus, John Snow, erklärte, Cerberus wolle die amerikanische "Auto-Ikone" wieder auf den Weg in die Gewinnzone bringen und ihr zum langfristigen Erfolg verhelfen. Ob der ehemalige Daimler-, Chrysler- und Volkswagen-Manager Wolfgang Bernhard Verwaltungsratsvorsitzender von Chrysler wird, wie manager-magazin.de aus Verhandlungskreisen erfuhr, ist zumindest offinziel noch nicht bekannt.

Der neue Eigentümer muss noch einiges an Sanierungsarbeit bei Chrysler leisten. Der Autobauer schrieb im ersten Quartal einen operativen Verlust von 1,5 Milliarden Dollar. Der Autoabsatz fiel in den ersten sieben Monaten dieses Jahres um zwei Prozent auf 1,25 Millionen Autos, wobei es im Juni einen Rückschlag von 8 Prozent gegeben hatte.

Chrysler setzt bisher weit mehr als 80 Prozent seiner jährlichen Autoproduktion von 2,6 Millionen Autos im heimischen Markt ab und ist damit viel abhängiger von dem hart umkämpften US-Markt als General Motors oder Ford und die international expansiven japanischen Autokonzerne Toyota, Honda oder Nissan.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH