Dienstag, 20. November 2018

Porsche Schneller als die Heuschrecken

Für Wolfgang Porsche ist es durchaus denkbar, dass künftig auch wieder ein Familienmitglied in das Management des Sportwagenbauers einzieht. Beim Einstieg von Porsche bei VW habe die Familientradition allerdings nur eine "untergeordnete Rolle" gespielt.

Stuttgart - Der Aufsichtsratsvorsitzende der Porsche-Holding, Wolfgang Porsche, bezeichnete den Einstieg des Sportwagenherstellers bei VW als "sinnvolle Investition". Porsche habe einen Partner gebraucht, mit dem das Unternehmen etwa die Entwicklungskosten teilen könne, sagte Wolfgang Porsche in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Wolfgang Porsche: "Die Familie stand sich im Geschäft zu sehr auf den Füßen"
Die Idee dazu sei von Wendelin Wiedeking gekommen. "Und die (Idee) hat ja eine für den künftigen Geschäftsverlauf und die Zukunftssicherung von Porsche Börsen-Chart zeigen überzeugende Logik", betonte er. Wenn man das nötige Geld verdiene, stelle sich die Frage nach einer sinnvollen Investition." Für uns war das zweifelsohne Volkswagen Börsen-Chart zeigen, zumal der Aktienkurs günstig war. Bevor die Heuschrecken eingestiegen sind, haben wir den Schritt getan."

Eine "untergeordnete Rolle" habe dabei auch die Familientradition gespielt. "Als wir in der Familie darüber diskutiert haben, sind die alten Verbindungen zu VW schnell sichtbar geworden." Zugleich schloss er eine höhere Beteiligung für den Fall nicht aus, dass das VW-Gesetz und damit die Beschränkungen dafür wegfallen sollten: "Unsympathisch ist der Gedanke nicht, das stimmt."

Wolfgang Porsche, jüngster Sohn von Ferry Porsche, ist ein Enkel des legendären Käfer-Erfinders Ferdinand Porsche. In der nächsten oder übernächsten Generation sei vorstellbar, dass ein Familienmitglied Porsche-Chef werde. "Dann, wenn wir abgetreten sind, die wir die eine oder andere Blessur innerhalb der Familie erlitten haben".

Es sei wichtig gewesen, die operative Verantwortung nicht mehr von Angehörigen der rund 50 Mitglieder zählenden Familie Porsche und Piëch ausüben zu lassen. "Die Familie stand sich im Geschäft zu sehr auf den Füßen."

Porsche wird nach einem Bericht des Hamburger Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL im Geschäftsjahr 2006/07 (endet am 31. Juli) einen Rekordgewinn von mehr als drei Milliarden Euro erwirtschaften. Der Umsatz soll demnach gut sieben Milliarden Euro erreichen. Ein Sprecher von Porsche nannte den Bericht am Samstag "reine Spekulation". Er verwies auf Äußerungen von Porsche-Chef Wiedeking, der im Juni betont hatte, die Stuttgarter Sportwagenschmiede werde in diesem Geschäftsjahr ihren bisherigen Rekordgewinn von 2,1 Milliarden Euro voraussichtlich deutlich übertreffen.

Wie das Magazin weiter schreibt, stammt nur ein Drittel des Gewinns aus dem Verkauf von Autos. Das Gros sei durch die Neubewertung der VW-Aktien entstanden, deren Wert seit dem Einstieg Porsches bei den Wolfsburgern stark gestiegen ist, sowie durch Optionsgeschäfte. Finanzvorstand Holger Härter habe vor dem Einstieg bei VW und vor jeder Erhöhung des Aktienanteils Optionen auf VW- Aktien erworben. Mit dem Kurs der Aktien sei auch der Wert der Optionen gestiegen. In der ersten Hälfte dieses Geschäftsjahrs habe Porsche dadurch einen Gewinn von 600 Millionen Euro erzielt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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