Freitag, 14. Dezember 2018

Staatsanwaltschaft Abgeordnete unter Lustreisen-Verdacht

Immer mehr Politiker geraten offenbar ins Visier der Staatsanwaltschaft, weil sie sich kostspielige Kurzreisen und Veranstaltungen von Energieversorgern bezahlen ließen. Laut einem Magazinbericht zählt zu den Verdächtigen neben einem Staatssekretär auch ein Bundestagsabgeordneter aus Essen.

Hamburg - Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln gegen Franz Thönnes (SPD), Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, sorgen laut einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL im Bundestag für Unruhe.

Bestreitet alle Vorwürfe: Staatssekretär Thönnes hat sich angeblich einen Norwegen-Aufenthalt zum Teil von der damaligen Ruhrgas AG bezahlen lassen
Denn ähnlich wie Thönnes, der sich einen Norwegen-Aufenthalt zum Teil von der damaligen Ruhrgas AG habe spendieren lassen, hätten auch andere Bundestagsabgeordnete an Kurzreisen und Veranstaltungen teilgenommen, die von Energiekonzernen oder kommunalen Versorgern bezahlt worden seien, meldete das Magazin am Samstag vorab.

Ins Visier der Fahnder sei unter anderem der Essener Bundestagsabgeordnete Norbert Königshofen (CDU) geraten, der als Mitglied des Aufsichtsrates der Stadtwerke Essen an mehreren kostspieligen Veranstaltungen teilgenommen und sich damit der Untreue schuldig gemacht haben solle.

Laut SPIEGEL sollen die Aufsichtsräte besonders im vierten Quartal 2005 verwöhnt worden sein. Der Besuch eines Konzertes der New Yorker Philharmoniker in Essen mit anschließendem Edelimbiss habe mit über 10.000 Euro zu Buche geschlagen, ein Jahresabschlussessen habe 14.500 Euro gekostet, ein Drei-Tage-Trip nach Budapest habe pro Person fast 3000 Euro verschlungen.

Königshofen habe indes betont, er habe "zu keinem Zeitpunkt das Gefühl gehabt", es hätte sich um eine Vergnügungsreise gehandelt. Immerhin war dem SPIEGEL zufolge der Besuch eines Gasmuseums ins Programm aufgenommen worden.

Auch Thönnes, ehemaliger SPD-Landeschef von Schleswig-Holstein, weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.

manager-magazin mit Material von ddp und SPIEGEL ONLINE

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