Montag, 20. November 2017

DaimlerChrysler Smart fuhr 3,9 Milliarden Verlust ein

Die Kleinwagenmarke Smart hat die Kasse von DaimlerChrysler in den Jahren von 2003 bis 2006 massiv belastet. In diesem Zeitraum schlugen Verluste von fast 3,9 Milliarden Euro zu Buche, bestätigte der Konzern.

Stuttgart - Ein Sprecher von DaimlerChrysler Börsen-Chart zeigen bestätigte am Dienstag die Zahlen, die das "Handelsblatt" veröffentlicht hatte. Die Zeitung hatte sich auf die Geschäftsberichte der inzwischen aufgelösten Smart GmbH (Böblingen) für die Jahre 2003 bis 2006 berufen.

Rasanter Verlustbringer:
Der Kleinwagen Smart kostete DaimlerChrysler Milliarden
Die Smart-Verluste waren bislang nach unbestätigten Medienberichten mit über drei Milliarden Euro beziffert worden. Nach Informationen der Zeitung hätte ohne die Belastung durch die Tochter die Mercedes-Gruppe im vergangenen Jahr grob gerechnet bereits einen operativen Rekordgewinn von mehr als vier Milliarden Euro erzielt.

Tatsächlich waren es 2,4 Milliarden Euro. Der Konzernsprecher verwies aber darauf, dass wegen der unterschiedlichen Rechnungslegung der damaligen Smart GmbH und des DaimlerChrysler-Konzerns ein solcher Schluss nicht möglich sei.

manager magazin hatte bereits in der Titelgeschichte seines April-Heftes über die enormen Verluste bei Smart berichtet. Nach Informationen der Redaktion häufte die Kleinwagenmarke seit 1998 unter dem Strich rund acht Milliarden Euro Verlust an.

DaimlerChrysler hatte bislang keine Einzelergebnisse für die zur Mercedes Car Group zählende Marke genannt. Der Konzern räumte lediglich für das Jahr 2005 eine Belastung von 1,2 Milliarden Euro durch die damals eingeleitete Umstrukturierung der Marke ein.

Die Marke Smart hat trotz des Erfolges des bislang rund 750.000-mal verkauften Zweisitzers bislang nicht die Erwartungen erfüllt und seit 1998 Verluste eingefahren. 2005 und 2006 gab es zwei milliardenteure Sanierungspläne, die mehr als 1000 Stellen bei Smart kosteten. Zuletzt hatte Konzernchef Dieter Zetsche im März 2006 die Produktion des erfolglosen viersitzigen Smart eingestellt.

Der neue Smart laufe seit dem Start im April sehr gut, erklärte der Sprecher. Damals hätten bereits 50.000 Bestellungen vorgelegen. Anfang 2008 wird das Auto außerdem in den USA eingeführt - dort soll das Interesse ebenfalls sehr groß sein.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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