Mittwoch, 14. November 2018

Mehrwertsteuer Autoabsatz bricht ein

Mehrwertsteuer? Da war doch was? Während die gute Konjunktur die Steuererhöhung vergessen lässt, spürt die Autobranche umso deutlicher, dass die Kunden genauer aufs Geld schauen. Um 27 Prozent sind die privaten Autokäufe seit Jahresbeginn zurückgegangen. Nur wenige Hersteller trotzen dem Trend.

Hamburg - Die Zurückhaltung der privaten Autokäufer in Deutschland macht den Herstellern immer mehr Probleme. Während sich in anderen Branchen die Aussichten für den privaten Konsum aufhellen, zeichnet sich beim Autoabsatz keine Besserung ab. Von Januar bis April seien die privaten Autokäufe um 27 Prozent eingebrochen, berichtete das Fachmagazin "Auto Motor und Sport" am Dienstag unter Berufung auf das Marktforschungsunternehmen Dataforce.

Gegensteuern : Die tschechische VW-Marke Skoda - hier die Limousine Superb - ist vom Trend vergleichsweise wenig betroffen
Am stärksten betroffen ist demnach Ford Börsen-Chart zeigen. Die Kölner Tochter des US-Autobauers verbuchte in den ersten vier Monaten im Privatkundengeschäft einen Verkaufsrückgang von 54 Prozent, gefolgt von BMW Börsen-Chart zeigen (minus 39 Prozent), Fiat Börsen-Chart zeigen (minus 38 Prozent) und Audi Börsen-Chart zeigen (minus 35 Prozent).

In ähnlicher Größenordnung (minus 34 Prozent) sackte der Absatz an Privatkäufer von VW Börsen-Chart zeigen ab. Die Rüsselsheimer GM-Tochter Opel verlor knapp 30 Prozent. Als einziger deutscher Hersteller konnte Mercedes-Benz die Einbrüche in Grenzen halten und musste nur ein Minus von 6,1 Prozent verkraften. Den geringsten Rückgang (minus 1,6 Prozent) verzeichnete die tschechische VW-Tochter Skoda, deren günstige Modellen offenbar den Geschmack der Kundschaft eher treffen.

Ford trifft es besonders hart

Eine Ford-Sprecherin führte den Einbruch auf die Folgen der Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresanfang zurück. Davon sei der Kölner Autobauer besonders stark betroffen, weil sein Privatkundengeschäft besonders groß sei.

Das Minus aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung fällt nach Branchenangaben höher aus als erwartet. Das Marktforschungsinstitut B&D nahm deshalb seine Neuzulassungsprognose für den deutschen Markt auf 3,32 Millionen von 3,4 Millionen zurück.

Der Branchenverband VDA hatte bereits nach dem scharfen Verkaufsrückgang zu Jahresbeginn das Ziel aufgegeben, den Absatz 2007 stabil halten zu können. Zum Jahreswechsel hatte sich die Branche noch zuversichtlich gezeigt, den Absatz bei 3,4 Millionen Einheiten halten zu können. 2006 waren 3,47 Millionen Pkw und Kombi auf deutschen Straßen neu registriert worden.

Viele Käufer hatten vor dem Jahreswechsel noch einen neuen Wagen gekauft, um der höheren Mehrwertsteuer zu entgehen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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