Donnerstag, 18. Oktober 2018

Dollar-Krise "Der Euro wird die wichtigste Weltwährung"

Bleibt der US-Dollar das Weltgeld Nummer eins? Wohin fließen künftig die vielen arabischen Milliarden aus dem Ölexport? Sultan Nasser al-Suweidi, Notenbankchef der Vereinigten Arabischen Emirate, sagt im Interview mit manager-magazin.de eine allmähliche Abkehr vom Dollar voraus - und prophezeit dem Euro eine große Zukunft.

Abu Dhabi - Die Pläne der Staaten des Golf-Kooperationsrats (GCC) - dazu gehören die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sowie Saudi-Arabien, Kuwait, Qatar, Bahrein und Oman - eine gemeinsame Währung zu schaffen, sind unter Druck geraten. Kuwaits Notenbank hat kürzlich die Bindung an den Dollar aufgehoben.

"Nichts ist ewig": VAE-Chefnotenbanker al-Suweidi zur Wechselkursbindung an den US-Dollar
Der Regierungschef der VAE, Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum von Dubai, hat diese Woche angekündigt, man wolle die Auswirkungen einer Währungsunion auf die heimische Volkswirtschaft noch einmal gründlich analysieren. Offenkundig liegt das Projekt, das ursprünglich 2010 starten sollte, derzeit auf Eis.

Da die GCC zu den wichtigsten Kapitalexporteuren der Welt gehören, haben währungspolitische Entscheidungen am Golf weitreichende weltwirtschaftliche Bedeutung. Im Interview mit manager-magazin.de sagt der Gouverneur der VAE-Notenbank eine Abkehr der Welt vom Dollar voraus und prophezeit - "Bis 2015 wird der Euro die wichtigste Währung der Welt sein."


Mehr zum Thema in:
manager magazin 6/2007

Generation Golf II

Wie die Herrscher über Öl, Gas und Geld heimliche Weltimperien aufbauen - lesen Sie mehr im aktuellen manager magazin 06/2007 ab Seite 118.

Inhalt
mm.de: Herr Gouverneur, immer wieder gibt es Spekulationen über ein Ende der Dollar-Bindung der Golf-Währungen. Kuwait hat diesen Schritt voriges Wochenende vollzogen. Sie selbst haben eine Aufhebung verschiedentlich angekündigt. Wie lange wird der feste Wechselkurs zur US-Währung Bestand haben?

Suweidi: Wir prüfen die Bindung an den Dollar von Zeit zu Zeit. Und wir stellen fest, dass wir 70 Prozent unseres Außenhandels in Dollar oder in Währungen, die ihrerseits an den Dollar gebunden sind, abwickeln ...

mm.de: ... vor allem die asiatischen Währungen ...

Suweidi: Also, was sollen wir tun? Normalerweise bindet man seine Währung an dasjenige Geld, das im Außenhandel dominiert. Bislang ist das für uns der US-Dollar. Wir sind gut damit gefahren. Aber natürlich: Nichts ist endgültig oder ewig. Wir werden die Wechselbindung immer wieder überprüfen. Unsere Dollar-Bindung ist nicht unberührbar.

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