Donnerstag, 15. November 2018

Kauf Astrazeneca schluckt Medimmune

Der Pharmariese Astrazeneca übernimmt für mehr als 15 Milliarden Dollar die US-Biotechfirma Medimmune. Das ist der größte Zukauf in der Geschichte des Konzerns, der mit dem Schritt nach einer Reihe von Rückschlägen seinen Medikamentenbestand vergrößern will.

London - Astrazeneca Börsen-Chart zeigen biete 58 Dollar je Aktie für Medimmune Börsen-Chart zeigen, teilte das Unternehmen am Montag in London mit. Der Preis liegt um 53 Prozent über dem Kurs der Medimmune-Aktie vom 11. April. Der rund 15,2 Milliarden Dollar teure Kauf solle in bar beglichen und noch in diesem Juni unter Dach und Fach gebracht werden, hieß es.

Milliardenübernahme: Der Pharmariese Astrazeneca will für rund 15 Milliarden Dollar die US-Biotechfirma Medimmune übernehmen
Mit der Übernahme werde Astrazeneca seine Stellung bei biotechnologischen Medikamenten deutlich verstärken, erklärte Konzernchef David Brennan. Medimmune passe überdies gut zu der unlängst erworbenen kleineren britischen Biotechfirma Cambridge Antibody Technology.

Um die US-Firma aus Gaithersburg im US-Bundesstaat Maryland, die unter anderem für das Grippespray FluMist bekannt ist, rankten schon seit einiger Zeit Übernahmespekulationen. Die Gerüchte um eine Offerte hatten zugenommen, nachdem im Februar bekannt wurde, dass der Milliardär und Großinvestor Carl Icahn 2,8 Millionen Aktien des Unternehmens besitzt. Medimmune hatte unlängst die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt, Gespräche mit möglichen Käufern aufzunehmen.

Bis 2009 sei mit jährlichen Synergien von insgesamt rund 500 Millionen Dollar zu rechnen, teilte Astrazeneca mit. Der für dieses Jahr geplante Rückkauf eigener Aktien im Volumen von vier Milliarden Dollar solle beibehalten werden. Die Astrazeneca-Aktie lag am Montagvormittag an der Londoner Börse 1,4 Prozent im Minus bei 29,11 Pfund.

Zwar erwirtschaftet Astrazeneca derzeit noch starke Umsätze mit Medikamenten wie Seroquel zur Behandlung der Schizophrenie, Crestor zur Regulierung des Cholesterinspiegels oder dem Magenmedikament Nexium. Dennoch muss Konzern-Chef Brennan nach Einschätzung von Analysten die Medikamenten-Pipeline wegen des drohenden Wettbewerbs mit Generikaanbietern verbreitern.

Astrazeneca legte am Montag außerdem seinen Geschäftsbericht für das erste Quartal vor. Danach stieg der Gewinn vor Steuern binnen Jahresfrist um 11 Prozent auf 2,27 Milliarden Dollar und damit etwas stärker als von Analysten erwartet. Der Konzernumsatz nahm um 13 Prozent zu.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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