Freitag, 16. November 2018

Tui Ägypter wird Großaktionär

Tui hat einen Partner aus Ägypten als neuen Großaktionär gewonnen. Der Reiseunternehmer Hamed el Chiaty kaufte am Mittwoch 3,12 Prozent der Anteile am Hannoveraner Konzern und will weiter aufstocken. Das hilft Tui-Chef Frenzel, seine viel kritisierte Strategie zu verteidigen.

Berlin - Der Reise- und Transportkonzern Tui hat zur Abwehr einer Zerschlagung einen langjährigen Partner aus Ägypten als weiteren strategischen Investor gewonnen. Der Touristikunternehmer Hamed El Chiaty halte inzwischen 3,12 Prozent der Anteile, teilte Tui am Mittwoch mit. Die meldepflichtige Drei-Prozent-Schwelle sei am gleichen Tag überschritten worden.

Frenzels Retter: Hamed El Chiaty 1998 vor der Tempelanlage Abu Simbel
El Chiaty kündigte den Kauf weiterer Anteile an. "Ich bin von der Tui-Strategie überzeugt und werde meinen Anteil weiter auf über 5 Prozent aufstocken. Dies wird in den nächsten ein, zwei Monaten geschehen", sagte er am Rande der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin. "Ich habe großes Vertrauen in Tui als ein führendes Touristikunternehmen. Wir kennen uns seit 1985. Die Kooperation ist sehr erfolgreich", erläuterte El Chiaty.

Auf die Frage, ob der Anteil mittelfristig auch über 10 Prozent an Tui betragen könnte, sagte El Chiaty: "Dazu gibt es keine Entscheidung." Tui-Chef Michael Frenzel hatte wiederholt angekündigt, er wolle weitere Investoren gewinnen, die die Strategie des Konzerns mit den zwei Sparten Tourismus und Schifffahrt unterstützen. Finanzinvestoren fordern seit längerem eine Aufspaltung in zwei Unternehmen.

Aktie legt zu

"Die Investition in unser Unternehmen ist ein Beweis für das Vertrauen in die Wachstumsperspektiven der Tui. Mit Hamed El Chiaty gewinnen wir einen Aktionär, der dem Unternehmen seit Jahren verbunden ist", erklärte Frenzel. Die Tui-Aktie Börsen-Chart zeigen baute nach der Mitteilung über den Einstieg des Ägypters ihre Kursgewinne aus und notierte mit 17,85 Euro mehr als 3 Prozent im Plus.

Tui-Vorstand und -Aufsichtsrat hatten Forderungen nach einer Aufspaltung wiederholt abgelehnt. Stattdessen wurde im Dezember ein rigider Sparkurs beschlossen, der zusammen mit Investitionen in Wachstumsbereiche wie Kreuzfahrt und Fluggeschäft den Konzern wieder auf Kurs bringen soll. Für 2006 wird ein hoher Verlust erwartet wegen roter Zahlen in der Schifffahrt und Abschreibungen in der Touristik.

Bislang stützen den Tui-Vorstand und dessen Kurs als strategische Investoren vor allem drei spanische Anteilseigner, die von der Hotelgruppe Riu angeführt werden und zusammen rund 13 Prozent halten. Aus Branchenkreisen hieß es, es sei denkbar, dass Frenzel noch bei weiteren Partnern in Urlaubsländern für einen Einstieg in seinen Konzern werbe. El Chiaty zählt in Ägypten zu den einflussreichen Persönlichkeiten der Reisebranche und ist bereits eng mit Tui verbunden.

Er ist Chef der Tui-Hotelmarke Iberotel Egypt mit mehr als einem Dutzend Hotels. Chiaty ist auch Chef der Firma Travco (Travel Company of Egypt), die nach eigenen Angaben zu den führenden Touristikunternehmen Ägyptens gehört. An einem Teil der Travco-Unternehmen ist Tui mit 50 Prozent beteiligt. Dazu zählen Serviceagenturen, die Tui-Urlauber betreuen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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