Montag, 19. November 2018

China Die Opfer des Wirtschaftswunders

7. Teil: Forderungen von Amnesty International

Die Forderungen von Amnesty International

Arbeiter auf dem Land: Die hohe verdeckte Arbeitslosigkeit in den inneren Provinzen dürfte das Heer der Wanderarbeiter bald auf 300 Millionen anschwellen lassen
Nach Einschätzung von Amnesty International schafft das Hukou-System zur Haushaltsregistrierung und Wohnsitzkontrolle noch immer die Voraussetzung dafür, dass Wanderarbeiter und ihre Kinder in vielfacher Weise diskriminiert werden. Es muss reformiert werden.

Zwar wurde in den 90er Jahren die Unterscheidung zwischen Stadt- und Land-Hukou offiziell abgeschafft. Da es jedoch noch immer die Unterscheidung zwischen Permanent und Temporary Residents gibt, lebt die Zweiklassengesellschaft weiter.

Wanderarbeiter dürften zudem nicht aufgrund ihres Hukou-Status vom Gesundheits- und Bildungssystem ausgeschlossen werden. Sie müssen Zugang zum Gesundheitswesen und zu Schulen bekommen. Schulgebühren, die als Mittel der Diskriminierung der Zugezogenen dienen, müssen abgeschafft werden.

Amnesty International fordert die Regierung auf, die Menschenrechte zu achten, indem sie internationale Mindeststandards am Arbeitsplatz durchsetzt: Dazu gehören eine faire Bezahlung, sichere Arbeitsbedingungen, Erholungs- und Urlaubszeiten. Die wachsende und prosperierende Volkswirtschaft müsse seine Bemühungen verstärken, um diese Ziele zu erreichen.

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