Samstag, 17. November 2018

Schienennetz Schwere Vorwürfe gegen die Bahn

Harsche Vorwürfe an die Bahn: Einem Bericht zufolge soll der Konzern bei der Instandhaltung seines Schienennetzes sparen und notwendige Reparaturen in den vergangenen Jahren verschleppt haben. Vorwürfe, die die Bahn weit von sich weist. Die Bundesregierung fordert nun Aufklärung.

Berlin - Die Bundesregierung hat von der Deutschen Bahn AG eine Stellungnahme zu einem Bericht des Bundesrechnungshofes verlangt, nach dem sie die Instandhaltung ihres Schienennetzes in Deutschland vernachlässige. "Wir nehmen die Punkte ernst", sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Die Liste, über die die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" am Dienstag berichtet hatte, liege dem Ministerium vor. Die Bahn wies den Bericht als falsch zurück.

Scharfe Vorwürfe: Die Bahn sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, ihr Schienennetz nicht ordnungsgemäß zu warten
Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" hatte unter Berufung auf einen Bericht des Bundesrechnungshofes geschrieben, der Betriebszustand des Gleisnetzes habe sich stark verschlechtert. Einige der angeführten Mängel seien sicherheitsrelevant.

Nach Darstellung der Zeitung wird der Bahn vorgeworfen, durch verschleppte Instandhaltung in den Jahren 2001 bis 2005 notwendige Reparaturarbeiten im Umfang von rund 1,5 Milliarden Euro unterlassen zu haben. Die Mängelliste betreffe etwa am Gleiskörper installierte Ortungsanlagen. Laut Bundesrechnungshof seien rund 14 Prozent dieser vom Bund finanzierten Anlagen nicht betriebsbereit. Zudem gefährdeten verrostete Ankerschrauben an Signalanlagen deren Standsicherheit.

Schwere Mängel listet der Rechnungshof dem Zeitungsbericht zufolge auch bei der personalintensiven Pflege an Gleisrändern auf. So wüchsen Bäume zu dicht an den Gleisen. Auch der Unterbau von Gleiskörpern weise schwere Mängel auf. An Brücken verrotteten Geländer. Einzige Reaktion der Bahn auf viele dieser Mängel sei oftmals die Reduzierung der Geschwindigkeit. So werde auf Strecken, die auf 160 Stundenkilometer ausgelegt seien, nur noch Tempo 120 gefahren.

Der Bericht entbehre jeder Grundlage, erklärte ein Bahn-Sprecher. Die Aufwendungen für die Instandhaltung des Streckennetzes seien in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Es handele sich bei dem Bericht um den "bewussten Versuch interessierter Kreise, mit Fehlinformationen den Privatisierungsprozess der Bahn zu stören oder zu verhindern".

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