Montag, 10. Dezember 2018

Rodenstock Manchmal geht man so ganz

Die Familie Rodenstock hat ihre Anteile an dem gleichnamigen Brillenglashersteller verkauft. Der neue Kompletteigentümer hat mit der Firma jetzt große Pläne: Nach kleineren Zukäufen soll die Gesellschaft an die Börse gebracht werden.

München - Die Familie Rodenstock hat sich ganz aus dem Gesellschafterkreis des größten deutschen Brillenherstellers zurückgezogen. Das verbliebene 10-Prozent-Paket sei an den Finanzinvestor Bridgepoint verkauft worden, sagte der Rodenstock-Aufsichtsratschef Randolf Rodenstock. Bridgepoint hatte zuvor bereits 85 Prozent aller Rodenstock-Anteile von dem Finanzinvestor Permira übernommen, der ursprünglich bei Rodenstock eingestiegen war.

Randolf Rodenstock: Restliche Firmenanteile an dem Brillenglasproduzenten Rodenstock verkauft
Randolf Rodenstock will den Besitzerwechsel zunächst noch im Aufsichtsrat mit begleiten. Die Familie hatte 2003 Anteile an Permira verkauft und ein Jahr später die Mehrheit abgegeben. Die neuen Eigentümer planen unterdessen, den Brillenhersteller mittelfristig an die Börse zu bringen.

"Wir wollen in drei bis fünf Jahren einen schönen MDax-Wert aus Rodenstock machen", sagte Uwe Kolb, Deutschlandchef der Beteiligungsfirma Bridgestone, der "Süddeutschen Zeitung". Nachdem Rodenstock unter dem Finanzinvestor Permira restrukturiert worden sei, gehe es jetzt darum, die Internationalisierung voranzutreiben und zu wachsen. Die Planung sehe signifikantes Wachstum vor.

In Deutschland und Nordeuropa sei Rodenstock gut positioniert, wachsen wolle man vor allem in Osteuropa und Asien. "Wir prüfen außerdem einen Markteintritt in den USA", sagte Kolb. Nach den Vorstellungen der neuen Eigentümer soll Rodenstock aus eigener Kraft und auch durch Zukäufe wachsen. "Wir stellen Geld bereit, um selektive Akquisitionen zu unterstützen", sagte Kolb.

Mit 100 Mitarbeitern zählt Bridgepoint dem Vorabbericht vom Freitag zufolge zu den größten Finanzinvestoren Europas und investiert vorwiegend in mittelständische Firmen.

Bei Rodenstock stellen rund 4300 Mitarbeiter an elf Standorten Brillengläser und -fassungen her. 2005 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 345 Millionen Euro. Rodenstock ist nach eigenen Angaben in Europa die Nummer drei und weltweit die Nummer vier unter den Herstellern optischer Gläser und Fassungen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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