Freitag, 16. November 2018

Preisdruck Bosch plant Personalabbau

Kupfer- und Aluminiumpreise sind rasant gestiegen, auf der anderen Seite haben die Autohersteller den Preisdruck erhöht - Bosch-Chef Franz Fehrenbach will mit Stellenkürzungen auf das Problembündel reagieren.

Stuttgart - Beim weltgrößten Automobilzulieferer Bosch droht 2007 Personalabbau. Bosch-Chef Franz Fehrenbach sagte der "Stuttgarter Zeitung", er befürchte, der Konzern könne die Beschäftigung in Deutschland nicht stabil halten. 2006 sei dies noch gelungen. Bosch beschäftigt in Deutschland etwa 110.000 Menschen.

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Grund für die Eintrübung der Perspektiven sei der "Gegenwind" im Kraftfahrzeuggeschäft. Das Wachstum werde langsamer, dafür steige der Druck auf die Erträge. Konkrete Angaben zum Personalabbau machte Fehrenbach nicht, sagte aber, dass etwa im Werk Stuttgart-Feuerbach bis zum Jahr 2009 rund 1400 Arbeitsplätze in Gefahr seien.

Nach Fehrenbachs Angaben hat sich der Preisdruck der Automobilhersteller weiter erhöht. Sie verlangten jetzt jährliche Preissenkungen um drei bis vier Prozent statt vorher zwei bis drei Prozent. Ein Grund sei auch die Krise der US-Automobilhersteller.

Fehrenbach sagt sinkende Umsatzrendite voraus

Sorge bereitet Fehrenbach auch der Anstieg der Rohstoffpreise in diesem Jahr um 40 Prozent. "Vor allem Aluminium und Kupfer sind viel teurer geworden, das trifft uns enorm", sagte der Konzernchef.

Dies werde in diesem Jahr zu einem Rückgang des Gewinns im Verhältnis zum Umsatz führen. 2005 hatte Bosch eine Umsatzrendite von 7,7 Prozent vor Steuern verbucht. "Doch in diesem Jahr machen wir einen Schritt zurück."

Bosch müsse nun zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um die Kostensituation und die Produktivität deutlich zu verbessern. Für eine Stellungnahme gegenüber manager-magazin.de war am Freitagabend bei Bosch niemand erreichbar.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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