Dienstag, 11. Dezember 2018

Rewe Expansion in Tschechien

Deutschlands zweitgrößter Handelskonzern Rewe kauft 96 Supermärkte in Tschechien für rund 100 Millionen Euro. Auch die Drogeriemarktkette Schlecker forciert die Expansion in Osteuropa.

Köln - Der Kölner Rewe-Konzern erwirbt für schätzungsweise 100 Millionen Euro von der belgischen Delhaize-Gruppe 96 Supermärkte in Tschechien. Diese Supermärkte wurden bisher unter dem Namen Delvita betrieben und erzielten 2005 mit rund 3800 Beschäftigten 280 Millionen Euro Umsatz, teilte Rewe am Montag mit. Rewe will den Großteil der Delvita-Märkte in den kommenden zwei Jahren auf Billa umstellen, die Supermarktmarke der Rewe im Ausland.

Rewe: Mit Billa ab ins Ausland
Mit über 170 Märkten werde Billa zur Nummer 1 im Supermarkt-Segment Tschechiens, unterstrich der Kölner Konzern. Derzeit verfügt Billa in Tschechien über 80 Supermärkte und rund 2500 Mitarbeiter. Mit dem Großeinkauf im Nachbarland will die Rewe den Auslandsanteil am Konzernumsatz weiter steigern, der gegenwärtig bei 32 Prozent liegt.

Nicht nur Rewe investiert in Tschechien: Auch die größte deutsche Drogeriemarktkette Schlecker expandiert und will ihren tschechischen Konkurrenten Droxi kaufen. Eine entsprechende Vereinbarung sei bereits geschlossen worden, teilte das Unternehmen am Montag im baden-württembergischen Ehingen mit.

Vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung tritt die Vereinbarung Anfang 2007 in Kraft. Droxi betreibt 130 Drogeriemärkte und Apotheken mit 700 Beschäftigten in Tschechien. Bisheriger Hauptaktionär ist die österreichische Ragusa Beteiligungs AG.

Schlecker ist seit 2005 mit 19 Drogerien in Tschechien vertreten. Europaweit betreibt Schlecker mehr als 14.000 Drogeriemärkte mit rund 52.000 Beschäftigten. Für 2006 rechnet das Familienunternehmen in Europa mit einem Umsatz von 6,9 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete es Erlöse von etwa 6,6 Milliarden Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa und vwd

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