Donnerstag, 15. November 2018

Zukauf Rotkäppchen schluckt Eckes

Die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien übernehmen das deutsche Geschäft der Eckes Spirituosen & Wein GmbH. Der Marktführer im deutschen Sektmarkt steigt damit in das Schnapsgeschäft ein und stärkt gleichzeitig die gerade etablierte Weinsparte. Entlassungen werden nicht ausgeschlossen.

Leipzig - Die Rotkäppchen-Mumm-Gruppe hat die Eckes Spirituosen- und Wein GmbH geschluckt. Das teilte der Geschäftsführer des Unternehmens aus Freyburg in Sachsen-Anhalt, Gunter Heise, am Dienstag in Leipzig mit. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Heise sagte, damit sei Rotkäppchen-Mumm nicht nur Deutschlands größter Sektanbieter, sondern habe auch eine Spitzenposition im Spirituosenmarkt übernommen. Die Übernahme werde zum 31. Dezember wirksam.

Ein Arm voll neuer Produkte: Rotkäppchen-Mumm-Geschäftsführer Heise
Zur Eckes-Spirituosengruppe gehören unter anderem die Marken Mariacron, Eckes Edelkirsch, Chantré und Echter Nordhäuser. Zudem ist die Gruppe Partner für die Sektmarke Freixenet. Über die Zukunft der Zusammenarbeit im Vertrieb von Freixenet liefen derzeit Gespräche.

Die Eckes Spirituosen- und Wein GmbH beschäftigt 210 Mitarbeiter, davon etwa ein Drittel am Verwaltungssitz in Nieder-Olm südlich von Mainz, zwei Drittel der Belegschaft arbeiten am Produktions- und Logistikstandort Nordhausen in Thüringen.

Heise sieht die 100prozentige Übernahme des deutschen Geschäfts als strategisch wichtigen Schritt zur Konsolidierung des deutschen Marktes für Sekt, Wein und Spirituosen. Rotkäppchen-Mumm habe inzwischen eine Größe erreicht, die eine Erweiterung des Geschäfts mit Spirituosen und Wein sinnvoll erscheinen lasse.

Weiter erklärte Heise, die Produktpalette von Eckes sei eine ideale Ergänzung zum Angebot der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien. Auf dem Sektmarkt, an dem man einen Anteil von 34,2 Prozent habe, sei eine Entwicklung kaum noch möglich. Mit den Produkten des Hauses Eckes, das im vergangenen Jahr einen Umsatz von 250 Millionen Euro erzielt habe, mache Rotkäppchen einen ersten bedeutenden Schritt im Spirituosengeschäft und stärke zugleich seine gerade etablierte Weinsparte. Das Weingeschäft sei ein Zukunftsmarkt.

Der Geschäftsführer sagte weiter, man werde sich die Strukturen des übernommenen Unternehmens zunächst genau anschauen. Dabei könnten sich Umstrukturierungen als notwendig erweisen. Heise schloss dabei Entlassungen nicht aus, sagte aber, dass man zu gegebener Zeit mit dem Betriebsrat darüber sprechen werde.

Die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien mit ihren Standorten Freyburg an der Unstrut, Hochheim am Main sowie Eltville und Breisach am Rhein erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von 353,4 Millionen Euro. Im laufenden Jahr habe man wegen Preiserhöhungen bei der Marke Rotkäppchen in Ostdeutschland einen deutlichen Rückgang hinnehmen müssen, der aber durch das Geschäft im Westen mehr als kompensiert worden sei, sagte Heise.

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