Mittwoch, 28. Juni 2017

Lidl Scheitern im Baltikum

In diesem Jahr wollte Lidl mit mehreren Geschäften im Baltikum starten. Nun macht der Discounter einen Rückzieher und verkauft offenbar alle in Estland, Lettland und Litauen erworbenen Grundstücke. Auch in Skandinavien läuft es für Lidl nicht reibungslos.

Einkaufswagen bleiben leer: Lidls Expansion stockt
Düsseldorf - Der deutsche Discounter Lidl ist mit seinen Expansionsplänen in den drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen gescheitert. Wie das Unternehmen dem "Handelsblatt" bestätigte, werde man alle bereits erworbenen Grundstücke im Baltikum wieder veräußern.

Der Markt sei zu klein, habe ein Lidl-Sprecher der Zeitung gesagt. Experten sehen dem Bericht zufolge dagegen den unterschätzten Wettbewerb als Hauptgrund für den späten Rückzieher. "Mittlerweile ist die Konkurrenz einfach zu groß", zitiert das Blatt Thomas Svaton, Chef des schwedischen Einzelhandelsverbandes.

Der Discounter habe seit dem Jahr 2002 im Baltikum rund 50 Grundstücke gekauft und wollte ursprünglich bereits in diesem Jahr an der Start gehen. Lidl habe keine Angaben über das Volumen der bisher getätigten Investitionen gemacht.

Auch in Skandinavien läuft die Expansion des Discounters dem Bericht zufolge nicht wie ursprünglich geplant. Lidl habe den Anteil einheimischer Markenprodukte drastisch vergrößert, weil die Kunden keine No-Name-Waren kauften. In Schweden wurde seit dem Start vor drei Jahren bereits zum vierten Mal der Geschäftsführer gewechselt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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