Samstag, 17. November 2018

Sanierungsplan Gefahr für Hamburger Airbus-Werk

Airbus will Zeitungsberichten zufolge noch in dieser Woche ein neues Sanierungsprogramm vorstellen. Möglicherweise soll etwa die Produktion von Langstreckenfliegern in Toulouse konzentriert werden - das wäre das Aus für die A380-Produktion in Hamburg.

Paris - Bis Mittwoch soll der Sanierungsplan noch vom Verwaltungsrat des Mutterkonzerns EADS Börsen-Chart zeigen beraten werden, dann werde er den Mitarbeitern vorgestellt, berichtet die französische "Les Echos". Sollten die Informationen dieser Wirtschaftszeitung stimmen, dürfte das Programm vor allem im Hamburger Airbus-Werk für einigen Aufruhr sorgen.

A380 beim Start in Hamburg: Langstreckenflugzeuge sollen "Les Echos" zufolge nur noch in Toulouse montiert werden
Denn demnach soll im Rahmen des des Plans die Produktion bei dem Flugzeugbauer komplett neu geordnet werden. Die Langstreckenflugzeuge sollten künftig nur noch in Toulouse montiert werden, schreibt das Blatt. Das wäre das Aus für die A380-Produktion in Finkenwerder, wo künftig dafür etwa die gesamte A320-Produktion konzentriert werden würde.

Außerdem sollten künftig mehr Arbeiten an externe Partner vergeben werden, heißt es in dem Bericht weiter. So könnten etwa 30 Prozent der Produktion des A350 und rund 15 Prozent des A380 ausgelagert werden - auch an chinesische oder russische Unternehmen. Auf diese Weise sollen nicht nur rund zwei Milliarden Euro im Jahr gespart, sondern die Entwicklungszeit für neue Flugzeuge um rund 40 Prozent gekürzt werden.

Im Rahmen einer verstärkten Auslagerung von Aktivitäten könnten auch mehrere strategisch nicht zentrale Produktionsstätten an Vertragspartner verkauft werden, so "Les Echos" weiter. Goldman Sachs zufolge sei ein solcher Schritt bei etwa sieben der 17 europäischen Werke denkbar. EADS war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

EADS war in den vergangenen Monaten von Krisen geschüttelt worden. Zuletzt hatte der Konzern mitgeteilt, dass sich die Lieferung des weltgrößten Passagierflugzeugs A380 noch mehr verzögert als bisher bekannt, konkrete Zeitangaben wurden allerdings nicht gemacht. Bereits jetzt liegt der europäische Konzern mehr als ein Jahr hinter den ursprünglichen Auslieferungsplänen zurück. Die "Welt" hatte am Wochenende die möglichen Belastungen für Airbus auf bis zu 1,6 Milliarden Euro beziffert, dafür jedoch keine Quellen genannt.

Der neue Sanierungsplan "Power 08" würde einen bereits bestehenden Umstrukturierungsplan aus dem Jahr 2003 ergänzen, durch den bis 2006 schon jährlich 1,5 Milliarden Euro eingespart werden sollen. Am Freitag hatte der EADS-Verwaltungsrat nach einer Sitzung angekündigt, die Gespräche in naher Zukunft fortsetzen zu wollen. Worüber gesprochen wurde, dazu gab es keine Stellungnahme.

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