Donnerstag, 13. Dezember 2018

Metro AG Familienkrach und Aktienverkauf

Einer der drei Großaktionärsstämme des Düsseldorfer Handelskonzerns Metro AG gibt ein Aktienpaket von 5,39 Prozent ab. Die Verkäufer, die Brüder Michael Schmidt-Ruthenbeck und Reiner Schmidt, sind nach Informationen von manager-magazin.de zerstritten; der Fall ging schon vor Gericht.

Hamburg - Die Suprapart AG, eine Investmentgesellschaft der Familie Schmidt-Ruthenbeck, wird ihr Aktienpaket von 5,39 Prozent an der Metro AG verkaufen. Die Papiere sollen über die Investmentbank J.P. Morgan bei institutionellen Anlegern platziert werden. Das gab die Metro Vermögensverwaltung GmbH & Co. KG am Freitag bekannt. Bei dieser Gesellschaft sind die Anteile der drei Großaktionärsstämme Schmidt-Ruthenbeck, Haniel und Otto Beisheim gepoolt.

Unter Druck: Nach Ankündigung der Aktienplatzierung ist die Metro-Aktie am Freitag größter Verlierer im Dax
Wie manager-magazin.de ergänzend erfuhr, wird ein Verkaufserlös von 43 Euro je Aktie nach Abzug der Platzierungskosten angestrebt. Das entspräche einem Preis von rund 750 Millionen Euro für das Paket. J.P. Morgan garantiert den Verkäufern allerdings nur einen Erlös von 40 Euro je Aktie. Die Metro-Aktie Börsen-Chart zeigen verlor am Freitag bis zum frühen Nachmittag knapp 4 Prozent und notierte bei 43,30 Euro.

Nach dem Verkauf wird die Familie Schmidt-Ruthenbeck noch über ein Paket von 13,15 Prozent der Metro-Aktien verfügen, die Großaktionäre zusammen über 50,23 Prozent. Allerdings erwägt auch der Haniel-Konzern einen Ausstieg, obgleich Haniel-Chef Eckhard Cordes (55) dies am Freitag zum wiederholten Mal dementierte: "Veränderungen in der Gesellschafterstruktur sind nicht geplant." Die Familien Beisheim, Haniel und Schmidt-Ruthenbeck seien "von der positiven Entwicklung und den langfristigen Perspektiven des Unternehmens überzeugt". Die Private-Equity-Gesellschaft Kohlberg Kravis Roberts (KKR) hatte den Schmidt-Ruthenbecks Insidern zufolge angeboten, ihr gesamtes Paket von 18,54 Prozent Metro-Aktien zu übernehmen. Dieses Ansinnen wurde jedoch abgelehnt.

Teilrückzug: Beteiligungsstruktur der Metro AG
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Teilrückzug: Beteiligungsstruktur der Metro AG
Die aktuelle Abgabe eines Pakets von 5,39 Prozent der Aktien hat möglicherweise mehrere Ursachen. Einerseits ist Miteigner Michael Schmidt-Ruthenbeck (63) verärgert über die Anfang August bekannt gegebene Übernahme der deutschen Wal-Mart-Läden durch Metro. Andererseits gibt es Familienkrach bei den Verkäufern. Die Brüder Reiner Schmidt (65) und Michael Schmidt-Ruthenbeck führen eine juristische Auseinandersetzung gegeneinander.

Anlass des Rechtsstreits ist die Abberufung Reiner Schmidts als Geschäftsführer der in Essen ansässigen Führungsgesellschaft des Clans, der Gebr. Schmidt Verwaltungsgesellschaft mbH. Diese GmbH wiederum ist Komplementärin der Familienholding Gebr. Schmidt GmbH & Co. KG, die über mehrere zwischengeschaltete Firmen die wesentlichen Vermögenswerte der Sippe hält, darunter auch die Metro-Anteile.

Der Hinauswurf Reiner Schmidts stellt den bisherigen Höhepunkt der Meinungsverschiedenheiten zwischen den Brüdern dar. Solange ihre Mutter lebte, so scheint es, trugen die beiden ihre Reibereien im Stillen aus. Ihr Vater Wilhelm Schmidt-Ruthenbeck war bereits Ende 1988 gestorben.

Am 26. Januar dieses Jahres verschied dann auch die Mutter Vera Schmidt-Ruthenbeck. Michael und seine Mitgesellschafter, darunter der Ehemann von Reiners und Michaels Schwester Viola, Ludwig Reisner (62), und ein paar Vertraute der Familie, hielten offenbar nur ein paar Tage Pietätsfrist ein. Dann schritten sie zur Tat.

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