Freitag, 22. Mai 2015

Kartellamt Air Berlin darf DBA übernehmen

Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der Nürnberger Fluggesellschaft DBA durch Air Berlin genehmigt. Die Kartellwächter erklärten, dass die dominierende Stellung der Lufthansa nun ein wenig eingeschränkt werde.

Bonn - Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der Nürnberger Fluggesellschaft DBA durch Air Berlin Börsen-Chart zeigen genehmigt. Bis auf wenige, wettbewerblich unbedenkliche Überschneidungen ergänzten sich die Streckennetze der beiden Gesellschaften, teilte die Behörde am Mittwoch in Bonn mit. Das Kartellamt sehe durch den Zusammenschluss eine Stärkung von Air Berlin gegenüber der nach wie vor dominierenden Lufthansa Börsen-Chart zeigen, sagte Amtschef Ulf Böge.

Deal unter Dach und Fach: Der fränkische Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der auch Mehrheitsgesellschafter bei LTU ist, wird mit DBA und Air Berlin stärkster Konkurrent der Lufthansa
Air Berlin bietet als zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft überwiegend Flüge in die europäischen Metropolen und in klassische Feriengebiete an, während sich das Flugangebot der DBA vor allem auf innerdeutsche Verbindungen konzentriert.

Air Berlin hatte die DBA Mitte August überraschend von dem Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl übernommen. Den Kauf der deutschen Nummer drei ließ sich Air Berlin einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag kosten.

Der Konzern soll als eigenständige Gesellschaft unter dem Konzerndach von Air Berlin weitergeführt werden, wobei alle 720 Mitarbeiter übernommen werden. Die Zusammenarbeit zwischen dem defizitären Ferienflieger LTU, die mehrheitlich im Besitz von Wöhrl ist, und der DBA sowie Air Berlin soll unverändert fortgesetzt werden.

Air-Berlin-Chefs ziehen in den DBA-Aufsichtsrat ein

Die DBA, die im vergangenen Jahr mit ihren 29 Flugzeugen rund 4,3 Millionen Passagiere beförderte und einen Umsatz von 404 Millionen Euro erzielte, wurde im Juli 2003 von Wöhrl von British Airways zum symbolischen Preis von einem Euro erworben. Die Flotte von Air Berlin besteht derzeit aus 58 Maschinen. Im vergangenen Jahr beförderte die Fluggesellschaft mit 2700 Mitarbeitern rund 13,5 Millionen Passagiere und setzte 1,2 Milliarden Euro um.

Air Berlin teilte am Mittwoch mit, nach der Genehmigung durch das Kartellamt werde auch der DBA-Aufsichtsrat neu besetzt. Als Vertreter des Alleingesellschafters würden dort die Air-Berlin-Vorstände Joachim Hunold, Ulf Hüttmeyer, Elke Schütt und Karl Friedrich Lotz einziehen. Die Positionen der beiden Arbeitnehmer-Vertreter bleiben den weiteren Angaben zufolge davon unberührt. Martin Gauss und Peter Wojahn würden auch künftig die Geschäfte der DBA führen.

ddp

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