Mittwoch, 18. Oktober 2017

Radikalkur Ford lässt Jaguar frei

Vorstandschef Bill Ford betont in einem Online-Interview, der gebeutelte Autokonzern stehe vor "radikalen Änderungen". Dazu gehören Kooperationen mit Konkurrenten. Über den Verkauf der Luxusmarken Jaguar und Land Rover verhandle Ford bereits mit Interessenten, heißt es. Prompt zog die Aktie des US-Konzerns um 3,5 Prozent an.

Der Mustang bleibt, der Jaguar kann gehen: Bill (William Clay) Ford Junior kündigt "radikale" Schritte an
New York - Für eine durchgreifende Sanierung des angeschlagenen US-Autobauers Ford Börsen-Chart zeigen strebt Konzernchef Bill Ford strategische Allianzen mit anderen Autokonzernen an und will sich notfalls auch von verlustreichen Marken trennen. Er sei jedoch noch von keiner Autofirma angesprochen worden, betonte Ford in einem Interview mit "Business Week", das in der jüngsten Onlineausgabe des US-Wirtschaftsmagazins erschien. Der Ford-Chef soll nach früheren Medienberichten seinerseits aber Renault/Nissan-Chef Carlos Ghosn auf eine mögliche Zusammenarbeit angesprochen haben, falls dessen Verhandlungen mit General Motors Börsen-Chart zeigen ohne Ergebnis bleiben.

Ford hatte vor einigen Wochen bereits gesagt, für die 1989 erworbene und Verluste schreibende Traditionsmarke Jaguar würden alle Optionen geprüft. Diese Bemühungen stehen in Zusammenhang mit der laufenden Sanierung. Das Unternehmen kämpft wie auch der Branchenprimus General Motors auf dem Heimatmarkt mit massiven Überkapazitäten. Der Konzern war wegen schrumpfender Marktanteile und steigender Kosten in die roten Zahlen gerutscht.

Ex-Finanzminister Rubin verlässt Posten bei Ford

Das Management hatte daher erst kürzlich angekündigt, seine Autoproduktion in Nordamerika kräftig zu drosseln, um so wieder schneller in die schwarzen Zahlen zu kommen. Zudem ist die Schließung von 14 Werken und die Streichung von 30.000 Stellen geplant. Mit den Sanierungsanstrengungen will der Autokonzern bis 2008 wieder schwarze Zahlen schreiben.

Zeitlich parallel zum erwähnten Interview von Bill Ford gab der ehemalige amerikanische Finanzminister Robert Rubin, einer der wichtigsten Spitzenmanager bei der Citigroup Börsen-Chart zeigen, am Freitag bekannt, er habe sein Amt als Ford-Verwaltungsratsmitglied niedergelegt. Rubin gehörte dem Aufsichtsgremium seit dem Jahr 2000 an.

Zur Begründung verwies Rubin auf die kommende Prüfung "strategischer Optionen" bei Ford. Es könnte die Frage aufkommen, ob seine Beziehungen zu Ford und Citigroup den Anschein von Interessenkonflikten erwecken könnten. Obwohl es diese gegenwärtig nicht gebe und er gern involviert geblieben wäre, sollte er zum jetzigen Zeitpunkt aus dem Verwaltungsrat ausscheiden.

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