Mittwoch, 14. November 2018

Kein Börsengang Rodenstock vor Verkauf

Das Traditionsunternehmen Rodenstock steht offenbar vor dem Verkauf. Der Finanzinvestor Permira, der die Mehrheit an dem Brillenhersteller hält, hat laut Medienberichten die Investmentbank Drueker mit der Prüfung aller strategischer Optionen beauftragt.

München - Der britische Finanzinvestor Permira prüft Finanzkreisen zufolge die Trennung von dem im Jahr 1877 gegründeten Hersteller für Brillengläser und Brillenfassungen Rodenstock.

Noch nicht reif für die Börse: Rodenstock-Chef Galli
Die Frankfurter Investmentbank Drueker sei mit der Überprüfung aller Optionen für das 2003 erworbene Unternehmen beauftragt worden, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

"Das steht aber noch am Anfang. Es ist keineswegs so, dass es bereits fortgeschrittene Verhandlungen gibt", so die Person weiter. Ein Börsengang komme für Rodenstock aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in Frage. Ein zweiter Eingeweihter ergänzte: "Das ist ein ergebnisoffener Prozess."

Permira wollte sich hierzu nicht äußern, Rodenstock war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Auch die "Financial Times Deutschland" berichtete von dem Mandat für Drueker.

Bereits 2005 habe Credit Suisse einen ähnlichen Prüfauftrag erhalten. Rodenstock hat den Umsatz im vergangenen Jahr auf bereinigter Basis um 5 Prozent auf 345 Millionen Euro gesteigert. Vorstandschef Giancarlo Galli hatte erst Ende Mai erklärt, Rodenstock müsse noch drei bis vier Jahre wachsen, um reif für die Börse zu sein.

Permira war 2003 mit 49 Prozent bei Rodenstock eingestiegen. Damals litt der Brillenhersteller unter schrumpfenden Marktanteilen und einem verlustreichen US-Geschäft, das nicht mit übernommen wurde, hieß es. Permira stockte den Anteil ein Jahr später auf 85 Prozent auf. Auch die Gründerfamilie Rodenstock hält noch 10 Prozent der Anteile, die restlichen 5 Prozent liegen beim Management, berichtet die Zeitung.

reuters

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