Freitag, 14. Dezember 2018

Mittal/Arcelor Fusion perfekt

Der weltgrößte Stahlkonzern Mittal Steel hat sich für sein milliardenschweres Angebot fast alle Aktien des Branchenzweiten Arcelor gesichert. Damit ist die Megafusion perfekt. Der deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp könnte nun von Auflagen der Kartellwächter profitieren.

Später Triumph: Konzernchef Lakshmi Mittal
Luxemburg - Mittal teilte am Mittwoch mit, 92 Prozent an Arcelor zu halten und nun seine Pläne zur Bildung des mit Abstand weltgrößten Stahlproduzenten voranzutreiben. Firmengründer Lakshmi Mittal, der durch seine aggressive Expansionsstrategie die Branche in Aufregung versetzt, sprach von einem großen Vertrauensbeweis durch die Aktionäre.

Die Integration der beiden Unternehmen solle nun rasch über die Bühne gehen und das neue Unternehmen zur Nummer eins der Branche zusammenschmieden. Mittal zahlt für den Zusammenschluss rund 26 Milliarden Euro.

Das indisch-britische Unternehmen hatte Arcelor Ende Januar mit einem Übernahmeangebot überrascht. Die Offerte stieß bei dem Management des luxemburgischen Konzerns monatelang auf erbitterten Widerstand. Die Arcelor-Führung lenkte erst ein, nachdem Mittal mehrfach sein Angebot verbessert hatte.

Genehmigung unter Auflagen

Stahlbranche: ThyssenKrupp setzt weiter auf Dofasco-Übernahme
Zusammen verfügen die beiden Konzerne über eine jährliche Produktionskapazität von rund 120 Millionen Tonnen. Die EU-Kommission hatte die Pläne bereits im Juni unter Auflagen genehmigt.

In Nordamerika muss der neue Konzern voraussichtlich aus Wettbewerbsgründen Produktionskapazitäten abgeben. Davon könnte der deutsche Branchenführer ThyssenKrupp profitieren, der sich den von Arcelor übernommenen kanadischen Stahlhersteller Dofasco einverleiben will. Mittal hatte ThyssenKrupp zugesichert, im Fall einer erfolgreichen Übernahme von Arcelor die Tochter Dofasco an Thyssen weiterzureichen.

rtr

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