Dienstag, 13. November 2018

Ackermann-Biografie Wohlstand als Lebensziel

2. Teil: Joe fährt Porsche, Pirkko BMW

[…] Als Assistent an der Uni lernt er auch seine spätere Gattin Pirkko kennen. Frauen sind an der Wirtschafts-Uni in St. Gallen eher rar und werden von den Studenten entsprechend umschwärmt.


Literatur: Erik Nolmans: "Josef Ackermann und die Deutsche Bank, Anatomie eines Aufstiegs."; Orell Fuessli Verlag, Juni 2006, 256 Seiten, 24,50 Euro.

Pirkko ist eine attraktive junge Frau aus Finnland und einige Semester weniger weit, als Josef sie bei einer Prüfung kennen lernt, an der Assistent Ackermann als Aufsichtsperson eingesetzt ist. Josef korrigiert Pirkkos Arbeit, die beiden kommen sich näher, bald sind sie ein unzertrennliches Paar. Pirkko stammt aus einer mittelständischen Familie aus einer Kleinstadt im Süden Finnlands; sie ist eine intelligente, sehr bodenständige und pragmatisch denkende Frau.

Unprätentiös ist sie, mehr dem Sein als dem Schein zugetan, und in ihr findet Josef Ackermann so etwas wie eine Seelenverwandte.

Selbst heute, als Gattin des Deutsche-Bank-Chefs, meidet sie glamouröse Auftritte in der Welt der Schönen und Reichen, die Partywelt ist nicht ihr Ding. Wie er schätzt sie eher das private Genießen von Kunst und Musik. Eine gemeinsame Leidenschaft des Ehepaares Ackermann sind denn auch Opernbesuche.

Josef und Pirkko heiraten 1977. Im Jahr 1984 wird Tochter Catherine, das einzige Kind, geboren. Ihre eigenen beruflichen Ambitionen steckt Pirkko zurück, für die Karriere von Joe Ackermann ist sie jedoch eine wichtige Stütze. Sie hält ihm den Rücken frei, liest Bücher, die zu lesen er selber keine Zeit findet, und schreibt für ihn mitunter kurze Zusammenfassungen über das Gelesene. Pirkko reist Josef nach, wenn ihn sein Beruf nach London oder New York führt; Lebensmittelpunkt bleibt jedoch Zürich.

Hier, am noblen Zürichberg, besitzen die Ackermanns eine Wohnung mit traumhaftem Blick über den Zürichsee. Direkter Nachbar ist der heutige CS-Präsident Walter Kielholz. Hinzu kommen eine Wohnung in Frankfurt sowie je ein Apartment in London nahe dem Buckingham Palace und in Midtown Manhattan, wo sich Joe und Pirkko auch privat gerne aufhalten. Dennoch wird im Hause Ackermann keineswegs dem Luxus gefrönt, sondern man folgt dem Beispiel von Vater Karl Ackermann. Viel ausgegeben wird höchstens für moderne Kunst. In der Garage am Zürichberg stehen keine teuren Oldtimer – Joe fährt Porsche, Pirkko einen BMW der Dreier-Reihe. Und Tochter Catherine jobbt gelegentlich im Zürcher Restaurant Seidenspinner, um ihr Studiengeld aufzubessern. Das Lokal gehört dem Seidenfabrikanten Andy Stutz, einem guten Freund der Familie Ackermann. […]



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