Samstag, 17. November 2018

Anteilskauf Merck schnappt Bayer Schering-Aktien weg

Der Chemie- und Pharmakonzern Merck hat trotz der Rücknahme seines Übernahmeangebots für den Pharmariesen Schering seinen Anteil an dem Berliner Unternehmen auf 10,1 Prozent erhöht. Unterdessen kommt Bayer der angestrebten Dreiviertel-Mehrheit bei Schering nur langsam näher.

New York - Wie aus einem Schreiben an die US-Börsenaufsicht hervorgeht, erwarb der Darmstädter Merck-Konzern zwischen 30. Mai und 8. Juni in mehreren Schritten insgesamt mehr als 9 Millionen Anteilsscheine an Schering Börsen-Chart zeigen.

Übernahmekampf verloren, Interesse behalten: Merck  wird Großaktionär bei Schering
Der durchschnittliche Kaufpreis je Aktie lag den Angaben zufolge zwischen 85,40 und 85,79 Euro. Insgesamt halte Merck Börsen-Chart zeigen nun 19,2 Millionen Aktien an Schering. Erst am Donnerstag hatte Merck mitgeteilt, bei Schering die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten zu haben und per 6. Juni rund 6 Prozent der Anteile an dem Berliner Konzern gehalten zu haben.

Merck hatte am 13. März ein Übernahmeangebot über 77 Euro je Aktie für Schering vorgelegt. Wettbewerber Bayer hatte wenige Tage später ein konkurrierendes Angebot über 86 Euro präsentiert. Einen Tag später, am 24. März, kündigte Merck an, sein Angebot nicht zu erhöhen und eine Übernahme von Schering nicht weiter zu verfolgen. Merck wollte sich zu dem jüngsten Aktienkauf und weitergehenden Plänen nicht äußern.

Bayer geht davon aus, dass Merck Großaktionär bleibt

Wie am Freitag aus einer Finanzanzeige hervorgeht, wurde die Übernahmeofferte von Bayer Börsen-Chart zeigen bis Donnerstag von den Eignern von rund 40 Prozent des Schering-Grundkapitals angenommen. Das Angebot steht unter dem Vorbehalt einer Mindestannahmequote von 75 Prozent. Die Annahmefrist endet am Mittwoch. Bayer hatte die ursprünglich bis 31. Mai befristete Offerte jüngst um zwei Wochen verlängert. Institutionelle Anleger dienen ihre Papiere bei Übernahmeangeboten in der Regel erst in den letzten Tagen an.

Der Konzern rechnet nach Angaben von Finanzvorstand Klaus Kühn nicht damit, dass Merck dem Unternehmen das Aktienpaket anbieten wird. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Merck-Gruppe uns ihre Aktien nicht andient", sagte Bayer-Finanzvorstand Klaus Kühn der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe).

Das große Schering-Aktienpaket berechtigt Merck, einen Sitz im Aufsichtsrat des Konzerns zu fordern. Somit wäre das Unternehmen im Kontrollgremium eines direkten Konkurrenten vertreten. 

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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