Sonntag, 9. Dezember 2018

Verkauf an Finanzinvestor Deutsche Bank versilbert WMF

Der Schweizer Finanzinvestor Crystal Capital übernimmt den schwäbischen Besteckhersteller und Gastronomieausrüster WMF. Der WMF-Vorstand zeigt sich überrascht über den Deal, von dem unter anderem die Deutsche Bank und der Rückversicherer Münchener Rück profitieren.

"Happy Spoon" von WMF: Finanzvorstand zeigte sich eher überrascht als glücklich
Zürich - Die Großaktionäre Deutsche Bank, Münchener Rück und die zum W&W-Konzern gehörende WürttLeben haben ihre Beteiligungen an WMF von zusammen rund 52 Prozent an die schweizerische Capvis verkauft, wie der Investor am Mittwoch mitteilte. Die übrigen Aktionäre sollen von der zu Capvis gehörenden 100prozentigen Tochter Crystal Capital GmbH ein Übernahmeangebot von 19,05 Euro in bar für jede Stammaktie und von 15,60 Euro je Vorzugsaktie erhalten.

WMF-Finanzchef Bernd Flohr äußerte sich überrascht von der Übernahme. Er habe davon vorab nichts gewusst. In Stuttgart wurden WMF-Stammaktien mit 19,55 Euro gehandelt, die Vorzüge stiegen um 4,7 Prozent auf 16,10 Euro.

Zweitgrößter Aktionär des Unternehmen aus Geislingen an der Steige ist seit Februar die österreichische Beteiligungsgesellschaft Fiba mit 20 Prozent, die einen Teil des Pakets der Großaktionärsfamilie Schuppli (Helvetic Grundbesitz) übernommen hatte. Diese kommt noch auf knapp 16 Prozent. Alle Vorzugsaktien und 12,5 Prozent der Stammaktien sind in Streubesitz.

Capvis sieht sich als führendes Private-Equity-Haus in der Schweiz. Das Unternehmen ist auf den Mittelstand in der Schweiz, Österreich und Deutschland spezialisiert. Unter anderem hatte Capvis im April den oberösterreichischen Autoteilehersteller Polytec an die Wiener Börse gebracht.

© manager magazin 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH