Montag, 17. Dezember 2018

Mannesmann-Prozess Richter schlägt Ackermann den 19. Juli vor

Richter Stefan Drees möchte die Neuauflage des Mannesmann-Prozesses am 19. Juli beginnen. Nachdem der BGH befand, dass die Millionenabfindungen für Mannesmann-Manager durch Vodafone im Jahr 2000 nicht zulässig waren, muss das Landgericht Düsseldorf neu verhandeln - unter anderem mit Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.

Düsseldorf - Josef Ackermann, der im Jahr 2000 Aufsichtsratsmitglied bei Mannesmann war, soll nach dem Willen des Düsseldorfer Landgerichts von 19. Juli an zurück auf die Anklagebank. Dann soll der Mannesmann-Prozess neu aufgerollt werden. Entsprechende unverbindliche Terminvorschläge seien den Verteidigern des Verfahrens unterbreitet worden, sagte eine Gerichtssprecherin am Donnerstagnachmittag. Insgesamt habe die Wirtschafts-Strafkammer unter Vorsitz von Richter Stefan Drees, Leiter der 10. großen Wirtschaftsstrafkammer, 25 Verhandlungstage bis Januar 2007 angesetzt.

Mannesmann-Prozess: Im Sommer werden Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (r) und sein Verteidiger Eberhard Kempf im Düsseldorfer Landgericht erwartet

Die Terminierung sei aber noch nicht offiziell, sondern lediglich eine unverbindliche Voranfrage. "Ob die Termine so zu Stande kommen, hängt nun von den Verteidigern ab." Diese sollen sich bis zum 2. Mai äußern. Der erste Verhandlungstag könne bei Terminproblemen der Angeklagten durchaus auch erst im Herbst anberaumt werden. Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen wollte zu dem Thema zunächst nicht Stellung nehmen.

Der Bundesgerichtshof hatte im vergangenen Dezember die Freisprüche der ersten Instanz aufgehoben. Deswegen muss das spektakulärste deutsche Wirtschafts-Strafverfahren der vergangenen Jahre wiederholt werden.

Es geht um den Vorwurf der Untreue bei der damals teuersten Unternehmensübernahme der Welt, als der britische Mobilfunkkonzern Vodafone Börsen-Chart zeigen Anfang 2000 für rund 180 Milliarden Euro den Traditionskonzern Mannesmann schluckte. Im Zentrum des Verfahrens stehen 57 Millionen Euro Prämien und Abfindungen, die bei der Übernahme an Manager und Ex-Manager verteilt wurden. Der Bundesgerichtshof sieht mit der Ausschüttung der Prämien "den objektiven Tatbestand der Untreue" erfüllt. Unter den sechs Angeklagten ist neben Ackermann auch Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser und Ex-IG-Metall-Chef Klaus Zwickel. Esser ist nur wegen Beihilfe zur Untreue angeklagt.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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