Mittwoch, 14. November 2018

Boykott wegen Mohammed-Karikaturen Dänischer Konzern büßt Millionenumsatz ein

Der dänisch-schwedische Milchprodukte-Hersteller Arla Foods büßt wegen eines Boykotts seiner Waren in mehreren islamischen Ländern täglich rund 1,5 Millionen Euro an Umsatz ein. Der Protest wegen der umstrittenen Mohammed-Karikaturen, die zuerst in einer dänischen Zeitung abgedruckt wurden, eskaliert.

Proteste vor dänischer Botschaft in Jakarta: Protestler rufen zu Wirtschaftsboykott auf

London - Aus Empörung über die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed in einer dänischen Zeitung hätten Ladenbesitzer unter anderem in Saudi-Arabien, Kuwait und Katar Konzernprodukte wie Käse und Butter aus den Regalen genommen, sagte ein Arla-Sprecher am Freitag. Die Lage in Ägypten, Libanon und Jemen sei ebenfalls kritisch.

"Der Streit tobt in den Medien. Die Menschen demonstrieren, und unsere Mitarbeiter vor Ort bleiben zu Hause", schilderte der Arla-Sprecher die Lage. Der Nahe Osten ist mit einem jährlichen Umsatzvolumen von 500 Millionen Dollar Arlas wichtigster Markt außerhalb Europas. Davon macht Saudi-Arabien allein 60 Prozent aus.

Die dänische Zeitung "Jyllands-Posten" hatte Mohammed-Karikaturen erstmals im September veröffentlicht. Zeitungen in Deutschland, Frankreich, Spanien und der Schweiz druckten die umstrittenen Karikaturen in den vergangenen Tagen nach. In der arabischen Welt lösten die Veröffentlichungen wütende und gewaltsame Proteste aus.

rtr

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