Freitag, 16. November 2018

Porsche/VW Einigung im Machtkampf

Die Großaktionäre Porsche und Niedersachsen haben sich über die Besetzung des Aufsichtsrats bei Volkswagen geeinigt. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wird mit sofortiger Wirkung ins Kontrollgremium einziehen. Ferdinand Piëch bleibt bis Frühjahr 2007 AR-Chef - sein Nachfolger wird aber nicht Wiedeking sein. Vorstandschef Bernd Pischetsrieder soll einen neuen 5-Jahres-Vertrag bekommen.

Kompromiss für einen neuen Aufsichtsratschef: Wulff (l.), Piëch

Hamburg - Die beiden größten Volkswagen-Aktionäre, das Land Niedersachsen und der Sportwagenhersteller Porsche, haben sich in der Frage der Besetzung des VW-Aufsichtsrates geeinigt. Ein Sprecher der niedersächsischen Landesregierung bestätigte am Freitag entsprechende Meldungen des SPIEGEL.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking werde mit sofortiger Wirkung in das Kontrollgremium einziehen und dort den Sitz des bisherigen Mitgliedes Lord David Simon of Highbury einnehmen.

Piëch räumt Vorsitz im Frühjahr 2007

Zudem hat sich der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch bereit erklärt, im Frühjahr 2007 nicht erneut für diese Position zu kandidieren. Wiedeking werde allerdings nicht Piechs Nachfolge antreten, sagte der Sprecher. Sein Nachfolger solle eine "neutrale Person sein".

Nach der Einigung solle für einen zweiten Sitz im Aufsichtsrat von Volkswagen der Porsche-Finanzvorstand Holger Härter vorgeschlagen werden, sagte ein Sprecher von Porsche am Freitag.

Porsche Börsen-Chart zeigen war im vergangenen Jahr mit 18,5 Prozent der Anteile bei VW Börsen-Chart zeigen eingestiegen und hatte das mit 18,2 Prozent beteiligte Land als größter Anteilseigner abgelöst.

Wiedeking kann vor Porsche-HV Lösung präsentieren

Nach dieser Einigung, die in letzten Gesprächen zwischen Piëch, Wulff und Wiedeking am gestrigen Donnerstag erzielt wurde, ist auch die Zukunft des Volkswagen-Chefs Bernd Pischetsrieder gesichert. Sein Vertrag soll noch vor der Hauptversammlung um fünf Jahre verlängert werden. Piëch, Wulff und Wiedeking wollen dies nunmehr mit der Arbeitnehmerseite besprechen.

Mit diesem Kompromiss können sowohl Wulff als auch Wiedeking gut leben. Der Porsche-Chef hat den Konflikt mit Niedersachsen damit noch vor seiner eigenen Hauptversammlung am 27. Januar beendet. Wulff dagegen hat sein Ziel erreicht, dass Volkswagen nicht von Porsche beherrscht wird, offen bleibt für Kooperationen mit anderen Autoherstellern und attraktiv für eine breite Aktionärsstruktur.

Ein Sonderausschuss des Aufsichtsrats wird schon ab Februar kontinuierlich die Zusammenarbeit zwischen Porsche und dem VW-Konzern überwachen und darauf achten, dass die Kooperation nicht einseitig Vorteile für den Sportwagenbauer bringt. Damit will Volkswagen dem Corporate Governance Kodex genügen.

VW baut weiteres Modell in Portugal

Außerdem teilte VW mit, dass in der ersten Jahreshälfte 2008 im portugiesischen Werk Setubal mit der Fertigung eines weiteren Modells begonnen werde. Bislang werden in Portugal die Großraumlimousine Sharan und seit kurzer Zeit auch das Cabriolet Eos hergestellt. VW teilte nicht mit, um welches Modell es sich bei dem dritten Modell handelt.

"Die Entscheidung, ein neues Modell bei Autoeuropa in Portugal zu fertigen, basiert auf dem wettbewerbsfähigen Kostenniveau am Standort sowie den positiven Rahmenbedingungen, die mit der portugiesischen Regierung und der Arbeitnehmervertretung geschaffen werden konnten", erklärte VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard.

Bei Volkswagen Autoeuropa in Setubal werden außerdem der ebenfalls zum Konzern gehörende Seat Alhambra sowie der Ford Galaxy gebaut.

manager-magazin.de mit Material von rtr/vwd

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