Freitag, 14. Dezember 2018

Siemens Füllhorn in Österreich

Eine Viertelmilliarde Euro hatte Siemens als Verkaufserlös für die Wasserkraft-Sparte der österreichischen Tochter VA Tech angepeilt. Nun ist der Preis in der Bieterphase offenbar um 50 Millionen Euro in die Höhe geschnellt. Siemens seinerseits kauft einen Windenergie-Spezialisten aus Bremen.

München - Siemens Börsen-Chart zeigen sei zuversichtlich, statt der ursprünglich erwarteten 250 Millionen Euro rund 300 Millionen Euro für VA Tech Hydro einzunehmen, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) am Donnerstag.

Steigendes Interesse an der Wasserkraftsparte: Konzernzentrale von VA Tech in Linz
Ein Unternehmenssprecher habe dies nicht kommentieren wollen. Am Donnerstag beginne die detaillierte Unternehmensprüfung (Due Diligence). Interessenten hatten bis zum 24. Oktober Zeit, ihre Offerten abzugeben. Die Frist war verlängert worden, um potenziellen Käufern mehr Zeit für eine Prüfung zu geben.

Zu den aussichtsreichsten Bietern zählen der Zeitung zufolge Allianz Capital Partners, die österreichische Cross Holding und der auf die Energiebranche spezialisierte US-Finanzinvestor First Reserve.

EU-Auflage für das Milliardeninvestment

Siemens hatte den gesamten VA-Tech-Konzern im Juli für eine Milliarde Euro komplett übernommen. Der Kauf wurde aber von den EU-Wettbewerbsbehörden nur unter der Auflage genehmigt, dass sich Siemens von der Wasserkraftsparte VA Tech Hydro trennt. Die VA-Tech-Tochter erzielte 2004 einen Umsatz von 864 Millionen Euro. Siemens ist selbst an deren Konkurrent Voith Siemens Hydro beteiligt.

Unterdessen meldet Siemens, dass der Kraftwerkbereich Power Generation (PG) mit der Übernahme der Bremer AN Windenergie sein Windenergiegeschäft ausbaut. Eine Übernahmevereinbarung sei nun mit den bisherigen Eigentümern der Gesellschaft unterzeichnet worden. Das Bundeskartellamt habe die Akquisition der Bremer GmbH bereits genehmigt. Damit könne die Übernahme noch im laufenden Quartal abgeschlossen werden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

AN Windenergie beschäftigt nach den Angaben rund 200 Menschen. In Deutschland hat das Unternehmen bislang 1.300 Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 1.300 Megawatt (MW) errichtet. Deutschland ist laut Siemens weltweit einer der wichtigsten Märkte.

"Bislang hat Siemens den deutschen Windkraftmarkt über AN Windenergie bedient", sagte Siemens-Manager Andreas Nauen. "Mit der Übernahme dieses Unternehmens wollen wir unseren Marktanteil in Deutschland weiter ausbauen." Der Bereich Power Generation (PG) der Siemens AG ist nach eigenen Angaben eines der führenden Unternehmen im weltweiten Kraftwerksgeschäft.

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