Freitag, 24. Februar 2017

Samsung Berlin wird ausgeknipst

Die Berliner Politik empört sich: Jahrelang habe man das Samsung-Röhrenwerk mit öffentlichen Mitteln gefördert, nun schließt es seine Pforten. Betroffen sind 750 Mitarbeiter - und Bürgermeister Wowereit, dessen Wirtschaftspolitik in der Kritik steht.

Berlin - Die geplante Schließung des Samsung-Bildröhrenwerks in Oberschöneweide ist in Berlin auf große Empörung gestoßen. Vertreter aller im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien äußerten scharfe Kritik an dem Vorhaben und verlangten den Erhalt der Arbeitsplätze.

Plasma statt Röhre: Auf der IFA präsentierte Samsung diesen Riesenbildschirm
Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei.PDS) warf dem südkoreanischen Technologiekonzern vor, nicht ernsthaft nach Alternativen gesucht zu haben. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Nicolas Zimmer forderte den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) auf, den Erhalt von Arbeitsplätzen in Berlin zur "Chefsache" zu machen.

Die Samsung SDI Germany GMBH (SDIG) hatte am Mittwoch die Schließung des Werkes zum Jahresende angekündigt. Betroffen davon sind 750 der rund 800 Arbeitsplätze. Mitglieder der Samsung-Belegschaft wollten am Donnerstagabend vor dem Roten Rathaus gegen die Schließung des Werkes demonstrieren.

Subventionen zurückfordern?

Wirtschaftssenator Wolf kündigte Gespräche mit der Konzerleitung an. Ein Unternehmen, das an diesem Standort gut verdient habe und intensiv gefördert worden sei, habe eine soziale Verantwortung gegenüber seiner Belegschaft sowie gegenüber Berlin.

Der SPD-Landes- und Fraktionschef Michael Müller betonte, es sei nicht nachzuvollziehen, dass ein Unternehmen jahrelang erhebliche Mittel des Landes in Anspruch nehme und dann plötzlich entdecke, dass der Standort wegen Absatzproblemen geschlossen werden muss. Er sprach sich dafür aus, die Mittel gegebenenfalls zurückzufordern.

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