Freitag, 23. Juni 2017

Viterra-Kauf Terra Firma bestreitet Nachverhandlungen

Der britische Finanzinvestor Terra Firma dementiert Nachverhandlungen mit Eon im Zusammenhang mit dem Kauf der Eon-Immobilientochter Viterra. "Terra Firma, seine Gesellschafter und die Kapitalgeber sind sehr glücklich mit dem Geschäft", sagte ein Firmensprecher gegenüber manager-magazin.de.

Hamburg - "Das ist einfach falsch", sagte ein Firmensprecher zu einem Zeitungsbericht, demzufolge Terra Firma auf Eon Börsen-Chart zeigen zugegangen sei, um Nachverhandlungen zu erreichen. Terra Firma stehe weiterhin zum vereinbarten Kaufpreis von sieben Milliarden Euro.

"Mächtig Knatsch": Viterra-Verwaltungsgebäude in Essen
Damit bestritt Terra Firma auch, um einen von Eon finanzierten Härtefonds gebeten zu haben, mit dem Umbau und Jobabbau bezahlt werden sollen. "Es wird einen nennenswerten Arbeitsplatzabbau geben", hieß es bei Terra Firma.

Den Kaufpreis für Viterra hatten Beobachter von Anfang an als extrem hoch eingestuft. Terra Firma rechtfertigt das mit Synergien zwischen dem Eon-Ableger und der deutschen Terra-Firma-Immobilientochter Deutsche Annington, die das Gebot abgegeben hatte. Nach Angaben von Terra Firma übertraf das eigene Gebot das zweithöchste um 250 Millionen Euro. Viterra und der Mutterkonzern Eon lehnen eine Stellungnahme weiterhin ab.

Terra Firma bot 250 Millionen Euro mehr

Die "Financial Times Deutschland" (FTD) hatte zuvor berichtet, Terra Firma stehe wegen einer Fehlkalkulation unter dem Druck seiner Investoren. "Es gibt mächtig Knatsch zwischen beiden", hatte die FTD aus mit der Situation vertrauten Kreisen zitiert und dabei die Einrichtung des Fonds als Gegenstand von Nachverhandlungen dargestellt, bei denen der Preis gedrückt werden solle.

Der Zeitung zufolge steht Terra Firma unter dem Druck seiner Fremdkapitalgeber, die mit dem Kaufpreis unzufrieden seien. Wegen des überhöhten Preises "müssen sie Viterra jetzt umso härter schrubben", wurde ein Banker wiedergegeben.

Immobiliengeschäft soll deutlich ausgebaut werden

Investoren wie Terra Firma finanzieren Übernahmen zu mindestens zwei Dritteln mit Fremdkapital, um die Rendite auf ihren Eigenkapitaleinsatz nach oben zu hebeln. Grund ist in der Regel, dass Fremdmittel zu niedrigen Zinsen im Überfluss zur Verfügung stehen. Die Schulden müssen indes die gekauften Firmen selbst tragen.

Terra Firma plane, das Immobiliengeschäft in Deutschland kräftig auszubauen, sagte der Sprecher. In den nächsten fünf Jahren soll der Wohnungsbestand auf rund eine Million vervierfacht werden. Mit den rund 150.000 Viterra-Wohnungen kommen Deutsche Annington und Viterra aktuell auf knapp 250.000 Einheiten und sind damit das größte private Wohnimmobilienunternehmen in Deutschland.

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