Donnerstag, 15. November 2018

Kleintransporter Mercedes stellt Vaneo-Produktion ein

Mercedes stellt die Produktion des kleinen Transporters Vaneo ein. Das Auto, das etwa die Größe der A-Klasse hat, war auf Gewerbetreibende und junge Familien zugeschnitten. Der Absatz erreichte aber vor allem außerhalb Deutschlands nie die erwarteten Zahlen.

Stuttgart - DaimlerChrysler Börsen-Chart zeigen stellt nach nur knapp vier Jahren die Produktion seines Kleintransporters Vaneo ein. "Das Modell wird im Laufe des Jahres auslaufen", bestätigte ein DaimlerChrysler-Sprecher gegenüber manager-magazin.de. Der Vaneo war als geräumiger Kompakt-Pkw und als kleines Auto für Gewerbetreibende gedacht, hatte die Absatzerwartungen aber nie erfüllt.

Erwartungen nicht erfüllt: Mercedes-Modell Vaneo
Im vergangenen Jahr waren nur noch 12.000 Fahrzeuge (davon knapp 7000 in Deutschland) zugelassen worden, weniger als die Hälfte der ursprünglich jährlich geplanten Einheiten. In Deutschland war der Wagen zwar gut aufgenommen worden, europaweit war das Modell aber gegen die technisch einfacheren und billigeren Alternativen vor allem aus Frankreich nur schwer zu verkaufen. Insgesamt wurden bisher rund 55.000 Vaneos gefertigt.

Die frei werdenden Kapazitäten im Werk Ludwigsfelde in Brandenburg sollen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge für die Fertigung einer offenen Version des Mercedes-Transporters Sprinter genutzt werden.

Der im Vergleich zum Vaneo erheblich größere Sprinter befindet sich am Ende seines Modellzyklus. Der bei Gewerbetreibenden überaus beliebte Transporter soll in dem kommenden zwei Jahren ersetzt werden. Dem Vernehmen nach soll die kommende Generation ein erheblich höheres Sicherheitsniveau aufweisen als die aktuelle Baureihe, die ähnlich wie vergleichbare Konkurrenzmodelle immer wieder wegen ihrer hohen Unfallzahlen ins Gerede gekommen ist.

Lizenz-Arbeit für Volkswagen

Aufgrund des schleppenden Vaneo-Absatzes hatte DaimlerChrysler die Kapazitäten in Ludwigsfelde zuletzt angepasst und die Wochenarbeitszeit auf 33 statt der üblichen 38 Stunden zurückgefahren.

Mit dem Anlauf der neuen Sprinter-Generation könnte die Arbeitszeit wieder hochgefahren werden, berichtet die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires unter Berufung auf Unternehmenskreise. Dafür spricht auch, dass die Kapazitäten im Sprinter-Werk Düsseldorf nicht ausreichen dürften. Dort wurden im vergangenen Jahr rund 140.000 Fahrzeuge produziert. Der zusätzliche Kapazitätsbedarf entsteht nicht zuletzt durch das Nachfolgemodell des VW-Transporters LT 3, der in Lizenz für den Wolfsburger Automobilhersteller gebaut wird.

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