Samstag, 18. November 2017

Falk-Prozess "Die Positionen sind gar nicht so unähnlich"

Als "Franz Beckenbauer der Unternehmensbewertung" wird er von der Verteidigung gefeiert: Nun hatte der Wirtschaftsprofessor Jochen Drukarczyk seinen Auftritt im Falk-Prozess. Vor ihm nahm Alexander Falk selbst Stellung zu den Vorwürfen. manager-magazin.de berichtet vom Prozess.

Hamburg - Es weihnachtet auch im Hamburger Landgericht. In der Pförtnerkabine haben die Bediensteten Kerzen angezündet, an einem Weihnachtskalender sind schon fast alle Türen geöffnet. Entspannt ist die Atmosphäre aber keineswegs, heute ist wieder Verhandlungstag im Motassadeq-Prozess, wodurch die Sicherheitsvorkehrungen verschärft wurden.

Sprechstunde verschoben: Der Regensburger Wirtschaftsprofessor Jochen Drukarczyk muss seine Studenten vertrösten - er weilt heute in Hamburg
Und auch im Falk-Prozess treten Staatsanwälte gegen Verteidiger wieder zum Streitgespräch an. Die meisten der Verfahrensbeteiligten haben sich um 12.30 Uhr vor dem Plenarsaal eingefunden. Einige von Falks Segelfreunden sind ebenfalls erschienen. Wie auch schon bei den ersten Verhandlungstagen wird die Grüppchenbildung praktiziert. Einige deftige Worte fallen.

So fragt ein Verfahrensbeteiligter: "Ob der Elefant heute das Wasser lässt?". Damit will er zum Ausdruck bringen, dass heute ein Wendepunkt im Verfahren anstehen könnte. Zu diesem Zeitpunkt ist noch unklar, ob das Gericht schon über die erneuten Anträge auf Aussetzung des Verfahrens und Befangenheit gegen die Richter entschieden hat. Falks Anwalt Gerhard Strate hatte schon mehrfach Anträge auf Haftentlassung gestellt, die bis dato immer für ihn negativ entschieden wurden.

  Seid gegrüßt:  Falk winkt in Richtung seiner Freunde   Noch schnell die Krawatte angelegt:   Falks Anwälte Gerhard Strate (l.) und Thomas Bliwier (r.)   "Die Positionen sind gar nicht so unähnlich":   Der Angeklagte Alexander Falk   "Rechenfehler und Missverständnisse":   Alexander Falk fährt Breitseiten gegen Kammer und Staatsanwaltschaft

Bilder vom vierten Verhandlungstag
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  Schnittig:  Falk auf der Flicca II    Aus dem Ruder gelaufen:  Auf seinem Schiff war Falk stets Kapitän    Gruppenbild mit Skipper:  Falk im Kreise seiner Crew
  Mondän:  Falks Villa in Hamburg   Vergangenheit:  Ehemalige Distefora-Zentrale in Hamburg    Einst Teil des Falk-Imperiums:  Bankhaus Hornblower Fischer
  Falks unfreiwillige zweite Heimat:  Untersuchunsgefängnis in Hamburg    Nikolaus Berger:  Vorsitzender Richter im Strafverfahren gegen Alexander Falk    Einer von vielen:  Falk-Aktenordner
  Verschwunden:  Das Börsensegment "Neuer Markt", auf dem auch Falk agierte, gibt es unter diesem Namen nicht mehr    Grundstein:  Der Falk-Verlag, den Alexander verkaufte, brachte das Kapital für seine Börsenaktivitäten   Käufer des Falk-Verlages:  Die Bertelsmann-Gruppe aus Gütersloh
  Aktenberge:  Eine Justizbeamtin sortiert Falk-Ordner   Noch stehen für Falk die Ampeln auf Rot:  Landgerichtsgebäude in Hamburg   Gegossen, aber ewig:  Alexander Falk Holding
  Noch ein Ordner:  Die Aktenlage ist umfangreich   Angeklagt:  Alexander Falk   Prozessvorbereitung:  Ordner in Reih' und Glied

Bilder aus dem Leben eines Ex-New-Economy-Stars
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Um 13.00 Uhr beginnt die Verhandlung, der Besucherraum ist bis auf den letzten Platz belegt. Gespannt erwarten die Beobachter den Auftritt des Regensburger Wirtschaftsprofessors Jochen Drukarczyk, der als Sachverständiger der Verteidigung gehört wird. Der Auftritt des von der Verteidigung als "Franz Beckenbauer der Unternehmensbewertung" bezeichneten Ordinarius ist für 14.30 Uhr angekündigt. Er konnte nicht früher kommen, weil er heute noch eine Vorlesung zu halten hatte.

Der Ökonom ist in einem Gutachten zu dem Schluss gekommen, dass die Betrugsvorwürfe gegen den Angeklagten unbegründet seien. Offensichtlich wird er seinen Vortrag bildlich präsentieren: Verteidiger von Falk haben eine große Leinwand in den Saal getragen.

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