Montag, 23. Oktober 2017

Managerhaftung Vier Jahresgehälter Höchststrafe

Eine falsche Ad-hoc-Meldung, ein unbedacht ausgeplaudertes Unternehmensdetail oder eine falsche Aussage während der Hauptversammlung - das soll Topmanager künftig teuer zu stehen kommen. Nach Plänen von Finanzminister Hans Eichel wird die Strafgrenze auf vier Jahresgehälter hoch geschraubt.

Frankfurt - Die persönliche Haftung von Managern für Fehlinformationen des Kapitalmarkts soll einem Zeitungsbericht zufolge schärfer ausfallen als erwartet.

Fordert saftige Geldstrafen für Fehltritte von Managern: Finanzminister Eichel
Mit bis zu vier Bruttojahreseinkommen einschließlich der variablen Vergütungsbestandteile sollen Vorstände und Aufsichtsräte künftig direkt gegenüber Anlegern haften, berichten "Börsen-Zeitung", "Süddeutsche Zeitung" und "Handelsblatt".

Das sieht der unter Leitung von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) überarbeitete Entwurf des Kapitalmarktinformations-Haftungsgesetzes (KapInHaG) vor, der den Zeitungen vorliegt.

Mit dem Gesetz wolle die Regierung die Haftungsregeln für Manager, Aufsichtsräte, externe Berater und Wirtschaftsprüfer deutlich verschärfen.

Die Schadenersatzpflicht greife bei Vorsatz oder grob fahrlässiger Falschinformation.

Bislang konnten geschädigte Aktionäre nur das Unternehmen als solches verklagen. Sachlich soll die Haftung nicht mehr nur auf falsche Börsenpflichtmitteilungen beschränkt sein, sondern für sämtliche Kapitalmarktinformationen und - mit Einschränkungen - sogar mündliche Aussagen gelten. Der Umfang der Haftung spiegele einen Kompromiss zwischen den Ressorts der Regierung wider.

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