Dienstag, 26. September 2017

US-Wahl Bushs große Versprechen

Steuersenkungen, Gesundheitskosten und Umgang mit dem staatlichen Defizit: Die Kandidaten George W. Bush und John Kerry haben höchst unterschiedliche wirtschaftspolitische Vorstellungen. Ein Vergleich der Konzepte und ihrer Auswirkungen auf den Markt.

Vielleicht entscheidet ja doch noch der Dow Jones die Wahl. Unter der Marke von 10.000 Punkten wird es kritisch für den Amtsinhaber George W. Bush: Bislang hat der amtierende Präsident immer das Weiße Haus verlassen müssen, wenn der US-Leitindex in dem Monat vor dem Urnengang um 0,5 Prozent oder mehr gefallen ist.

George W. Bush: "Die Wähler lieben den Dow Jones mehr als Paula Jones"
Am 30. September hatte der Dow Jones Börsen-Chart zeigen bei 10.080 Zählern geschlossen. Sollten der hohe Ölpreis und die zuletzt enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten den Index bis Ende Oktober weiterhin unter der Marke von 10.000 Punkten halten, wird es für Bush richtig eng: Sein Amtsvorgänger Bill Clinton hatte angesichts steigender Börsen sogar zahlreiche Affären (Monica Lewinsky, Paula Jones) locker ausgestanden, weil, so ein US-Banker, "die Wähler den Dow Jones mehr lieben als Paula Jones".

Die Zitterpartie an der Wall Street wird von Beobachtern als Hinweis interpretiert, dass Herausforderer John Kerry aufgeholt hat und das Rennen noch keineswegs gelaufen ist. Doch von historischen Vergleichen und den jüngsten Schwankungen des Dow Jones abgesehen: Mit seinem von aggressivern Steuersenkungen geprägten wirtschaftspolitischen Programm, den so genannten "Bushonomics", wird der amtierende Präsident kaum in der Lage sein, das US-Defizit wie versprochen bis 2009 zu halbieren.

Nach Schätzungen des Budget Office des US-Kongresses dürfte die Staatsverschuldung der USA in den kommenden zehn Jahren um rund 2,3 Billionen Dollar steigen. Bushs Steuergeschenke im Gegenwert von rund 1,9 Billionen Dollar sind darin noch nicht einmal eingerechnet.

Obwohl die einzelnen Industriebranchen höchst unterschiedlich von Bush oder Kerry profitieren, könnte sich das Programm des Herausforderers John Kerry für die Aktienmärkte als das freundlichere erweisen, so die Analysten der ING BHF-Bank in einer Studie. Sie haben die wichtigsten Punkte der "Bushonomics" den "Kerrynomics" gegenübergestellt.

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