Mittwoch, 14. November 2018

Mitsubishi Motors Dramatischer Einbruch

Der schwer angeschlagene Autobauer meldet nach abgeschlossener Kapitalerhöhung einen weiteren Gewinneinbruch. Der Partner von DaimlerChrysler, der als einziger unter Japans Autoherstellern Verluste produziert, musste auf dem Heimatmarkt einen Absatzeinbruch von 60 Prozent hinnehmen.

Tokio - Mitsubishi Motors ist im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2004/05 (Ende März) tiefer in die Verlustzone gefahren. Wie der defizitäre DaimlerChrysler-Partner am Mittwoch mitteilte, erhöhte sich der Nettofehlbetrag in Folge außerordentlicher Verluste durch Umstrukturierungskosten sowie den Entwicklungsstopp für ein neues Modell um 3,6 Milliarden auf 54,7 Milliarden Yen (411 Mio Euro).

Hoffen auf Sanierungsplan: Mitsubishi Motors in Tokio
Der Umsatz ist um 8,1 Prozent auf 557,6 Milliarden Yen eingebrochen. Der operative Verlust konnte immerhin um 10,6 Milliarden Yen auf 31,7 Milliarden Yen verringert werden.

Der angesichts zahlreicher Rückrufaktionen angeschlagene Autobauer ist dabei, einen neuen Sanierungsplan einschließlich Kostensenkungen voranzutreiben.

Absatz im Juli um 60 Prozent eingebrochen

Auf dem Heimatmarkt hat Mitsubishi im Juli einen weiteren Absatzeinbruch im Vergleich zum Vorjahresmonat um 60,1 Prozent auf 4711 Fahrzeuge erlitten, wie der Verband der Automobilhändler zu Wochenbeginn mitteilte. Damit ist der Inlandsverkauf seit nunmehr acht Monaten in Folge rückläufig.

Während der Nettoumsatz in Japan im ersten Quartal in Folge der Qualitätsprobleme zum Vorjahr um 51,8 Milliarden Yen zurückging, fuhr Mitsubishi in Europa dank neuer Modelle 19,3 Milliarden Yen mehr ein.

DaimlerChrysler hat Anteil auf 24,7 Prozent gesenkt

In Japan brach der Absatz im zweiten Quartal (April bis Juni) im Jahresvergleich um 38 Prozent ein, in den USA rutschte er um ein Drittel. Der Hersteller leidet wegen der Vertuschung von Mängeln unter einer tief greifenden Vertrauenskrise.

DaimlerChrysler hat bei seiner Beteiligung jüngst die Notbremse gezogen: Der Stuttgarter Konzern reduzierte durch den Verzicht auf die Teilnahme an einer Kapitalerhöhung seinen Anteil an Mitsubishi von 37 Prozent auf 24,7 Prozent. Weitere Investitionen bei Mitsubishi schloss DaimlerChrysler aus.

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