Montag, 10. Dezember 2018

Credit Suisse Die Yamaguchi-Gumi-Bande

Die Credit Suisse kommt nicht aus den Schlagzeilen. Ihr ehemaliger Starbanker Frank Quattrone wurde jüngst von einem US-Gericht schuldig gesprochen und die Gerüchte um angebliche Kaufgelüste der Deutschen Bank wollen nicht verstummen. Doch damit nicht genug, haben die Züricher jetzt auch noch Probleme mit der japanischen Mafia.

Zürich/Tokio/Frankfurt - Die Schweizer Bank Credit Suisse Börsen-Chart zeigen ist nach Angaben aus Justizkreisen in einen großen internationalen Fall von Geldwäsche der japanischen Mafia verwickelt. Die Züricher Justiz schloss in der vergangenen Woche ein Rechtshilfegesuch aus Japan ab. Bezirksanwalt Ivo Hoppler sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AP, es seien nunmehr Beweismaterial und Dokumente nach Japan verschickt worden.

 Mit den Ermittlern kooperiert: Credit Suisse
AP
Mit den Ermittlern kooperiert: Credit Suisse
Die Credit Suisse bestätigte japanische Medienberichte, wonach sie vom Fall betroffen ist. Die Großbank habe aber von Anfang an mit den Behörden kooperiert, sagte ein Sprecher. Zu Details nahm er nicht Stellung, weil es sich um ein laufendes Verfahren handele. Staatsanwalt Hoppler machte zu den involvierten Banken und Personen ebenfalls keine Angaben. Er verwies aber darauf, dass die Zusammenarbeit mit den betroffenen Finanzinstituten sehr gut und professionell verlaufen sei.

Die Züricher Justiz ermittelt bereits seit vergangenen Dezember wegen Verdachts auf Geldwäsche gegen den Japaner Susumu Kajiyama. Damals wurden zwei Schweizer Konten Kajiyamas gesperrt und insgesamt 61 Millionen Franken (rund 40 Millionen Euro) beschlagnahmt. Das Geld soll von Japan über Hongkong in die Schweiz gebracht worden sein.

Kajiyama gilt in Japan als führender Kopf der Yamaguchi-Gumi-Bande und soll mit illegalen Kreditgeschäften jährliche Profite von gut 900 Millionen Dollar einstreichen. Gemäß japanischen Berichten wurde Kajiyama bereits am Donnerstag in Tokio im Rahmen einer breit angelegten Polizeiaktion gegen die Yamaguchi-Gumi-Gruppe erneut verhaftet. Die taiwanesische Polizei nahm zudem Takashi Yamane fest, der verdächtigt wird, 42 Millionen Dollar aus Wuchergeschäften gewaschen zu haben.

"Es gibt keine Gespräche"

Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen führt nach Angaben aus Finanzkreisen unterdessen derzeit keine Fusionsverhandlungen mit den Schweizern. "Es gibt keine Gespräche, weder mit Credit Suisse oder anderen", berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Montagmorgen unter Berufung auf "mit der Situation vertraute Kreise". Einige Medien hatten in den vergangenen Tagen die Schweizer Großbank erneut als Fusionspartner für die Deutsche Bank ins Spiel gebracht und auch von ersten Gesprächen berichtet. Ein Sprecher der Deutschen Bank gab keinen Kommentar ab.

Auf der Hauptversammlung am 2. Juni in Frankfurt hatte Deutsche Bank-Primus Josef Ackermann betont, zunächst wolle sein Institut aus eigener Kraft wachsen und sei allenfalls an Zukäufen im Privatkundengeschäft interessiert. Die größte deutsche Bank habe in den vergangenen Monaten von sich aus keine Fusionsgespräche begonnen. Es sei aber die Pflicht des Vorstands, Avancen Dritter zu prüfen, hatte Ackermann erklärt. Aus dem Umfeld Ackermanns hieß es dazu, in den vergangenen Monaten habe etwa die britischen Barclays Bank die Fühler ausgestreckt, worauf das Deutsche Institut dann aber nicht eingegangen sei.

Ackermann hatte allerdings gesagt, die Banken in Europa würden kaum um Fusionen herumkommen. Dies sei der einzige Weg, Anschluss an die großen US-Institute zu bekommen, die an der Börse viel höher bewertet sind. "Wir wollen nie marginalisiert werden und am Ende feststellen müssen, dass wir zu klein sind", so Ackermann.

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