Mittwoch, 14. November 2018

Ranking Die 25 größten Berater Deutschlands

Das vergangene Jahr war auch für die Consulting-Branche ein nicht ganz so erfolgreiches. Viele Berater mussten stagnierende oder sogar rückläufige Umsätze verkraften. Die Lünendonk-Liste gibt Auskunft darüber, wer trotzdem zulegen konnte, und wen es besonders stark erwischte.

Bad Wörishofen - Auch in diesem Jahr warteten Deutschlands rund 14.000 Beratungsunternehmen wieder gespannt auf die Marktanalyse der Lünendonk Gesellschaft für Information und Kommunikation aus Bad Wörishofen (www.luenendonk.de). Wer machte den meisten Umsatz? Wer hat wie viele Consultants in Lohn und Brot, um den 7,8 Milliarden Euro großen Markt der Managementberatung zu beackern?

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Wichtigstes Ergebnis: Die Top 10 der Lünendonk-Liste weisen für 2003 im Durchschnitt einen Umsatzrückgang aus. Dennoch bleiben die 25 führenden Managementberater für das laufende Jahr optimistisch. Sie erwarten in 2004 ein Umsatzwachstum von etwa 9 Prozent.

Die Top 25 verbuchten im vergangenen Jahr 34 Prozent des Gesamtumsatzes mit Strategie-, Organisations-, Führungs-, Logistik- oder Marketing-Beratung. Die führenden zehn - ganz vorne wie erwartet McKinsey, Roland Berger und Boston Consulting Group - dominierten 2003 allein 28 Prozent des Marktes. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Umsatz der Managementberatungen stieg 2003 leicht auf 276.000 Euro.

Bei den einzelnen Unternehmen registrierte Lünendonk aber durchaus sehr unterschiedliche Umsatzentwicklungen. Die Spanne reichte von minus 13 bis plus 50 Prozent. Die hohen Zuwachsraten, die besonders bei mittelgroßen Unternehmen auffielen, seien überwiegend auf Sondereinflüsse wie Fusionen zurückzuführen.

Junge und "bezahlbare" Mitarbeiter gesucht

Als weiteres positives Signal neben dem erwarteten Umsatzsprung hält Lünendonk fest, dass die deutschen Berater wieder Personal einstellen. Nachdem 2003 die Zahl der bei den 25 größten der Branche Beschäftigten bei rund 10.500 stagnierte, würden aktuell vor allem jüngere und gut ausgebildete Mitarbeiter gesucht, die "bezahlbar" seien.

Während in den vergangenen Jahren das Geschäft mit großen Projekten dominiert habe, in denen kurzfristige Kosteneinsparungen und Rationalisierungslösungen gefragt waren, sollen sich die Kundenwünsche laut Lünendonk-Erhebung 2004 ändern: Die anhaltend knappen Budgets der Kunden dürften demnach ausgeweitet werden für Beratungsleistungen auf dem Feld der mittel- und langfristigen Planung, die in der Vergangenheit vernachlässigt wurden.

Drei Neue und ein Rückkehrer

Die Ergebnisse der Lünendonk-Liste beruhen auf Angaben der Unternehmen und auf Schätzungen. Berücksichtigt werden dabei Unternehmen, die mindestens 60 Prozent ihres Umsatzes mit klassischen Beratungsleistungen erzielen. Daher tauchen in der Liste die ehemaligen Beratungstöchter der großen Wirtschaftsprüfer nicht auf. Denn für zum Beispiel Accenture oder Bearing Point sind IT-Beratung und Systemintegration die wichtigsten Umsatzbringer.

Erstmals in der diesjährigen Management-Beraterliste dabei sind Dornier Consulting aus Friedrichshafen, die Karlsruher TMG Technologie Management Gruppe und die RWE Systems Consulting aus Essen. Wieder auf der Liste erscheint Mummert Consulting. Die Hamburger haben sich 2003 wieder stärker mit klassischen Management-Themen befasst, nachdem sie sich einige Jahre überwiegend um IT-Themen gekümmert hatten.

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