Sonntag, 9. Dezember 2018

Hornblower Fischer Falk zwingt Bankhaus in die Knie

Die Wertpapierhandels- und Investmentbank Hornblower Fischer hat Antrag auf Insolvenz gestellt. Offenbar konnte das Bankhaus ohne die im Zuge der Ermittlungen gegen Mehrheitsgesellschafter Alexander Falk blockierten Gelder nicht überleben. Die Staatsanwaltschaft will die Rolle des schwarzen Peters aber nicht akzeptieren.

Frankfurt - Die Hornblower Fischer AG hat bei der Finanzaufsicht BaFin die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. Außerdem möchte sie die Banklizenz ruhen lassen. Die BaFin habe daraufhin beim Amtsgericht Frankfurt einen Insolvenzantrag gestellt, teilte Hornblower Fischer am Donnerstag mit. Es sei beabsichtigt, in eine so genannte Insolvenz in Eigenverwaltung zu gehen. Die BaFin habe diesem Wunsch in dem von ihr gestellten Antrag Rechnung getragen, hieß es weiter.

 Seit Wochen in U-Haft: Alexander Falk
Seit Wochen in U-Haft: Alexander Falk
Hornblower-Fischer-Vorstand Rüdiger Kimpel wurde den Angaben zufolge von Alexander Falk, welcher über die Alexander Falk Holding (AFH) mit 75,6 Prozent Mehrheitsgesellschafter der Hornblower Fischer AG ist, beauftragt, mit Investoren über die Übernahme der Anteile beziehungsweise über den Kauf von Teilbereichen der Hornblower Fischer AG zu verhandeln.

Das über 125 Jahre alte Bankhaus war vor rund einem Jahr von der AFH übernommen und restrukturiert worden. Die entstandene Abhängikeit vom Großaktionär führte Kreisen zufolge nach den Untersuchungen der Staatsanwaltschaft gegen Falk zu erneuten Liquiditätsschwierigkeiten. Alexander Falk sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Ihm wird unter anderem Kursmanipulation im Zuge des Verkaufs der Ision Internet AG an die Londoner Energis vorgeworfen.

Substanzielle Geldmittel blockiert

Obwohl Hornblower Fischer von den Ermittlungen der Hamburger Justizbehörden gegen Alexander Falk nicht betroffen sei, habe die Staatsanwaltschaft Hamburg substanzielle Geldmittel bei Hornblower Fischer blockiert, so die Bank.

Dabei handele es sich um rund zwei Millionen Euro, die dem Unternehmen auf Grund von berechtigten, seitens der AFH unbestrittenen Forderungen aus einer Rückvergütungsvereinbarung gegenüber der AFH zugeflossen sind.

"Die Blockierung der Gelder durch die Hamburger Justiz beruht ausschließlich auf dem Verdacht, dass die fraglichen Beträge aus den Herrn Falk vorgeworfenen Straftaten resultieren und damit den Vorschriften über die Geldwäsche unterliegen," erklärte Kimpel. Ohne die Blockierung der Gelder wäre die Einleitung der Insolvenz nicht erforderlich gewesen, sagte Kimpel weiter.

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