Sonntag, 16. Dezember 2018

Dax-Gehälter 6,9 Millionen pro Jahr sind Spitze

Keiner verdient unter den Dax-Vorständen mehr als Josef Ackermann, Deutsche Bank. Das stärkste Wachstum beim Gehalt verbuchen nach einer neuen Studie aber die Vorstandschefs Schrempp und Weber.

Gummersbach - 131 Prozent mehr Gehalt für DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp, 115 Prozent mehr für Lufthansas Topmanager Jürgen Weber, der damit 1,4 Millionen Euro verdient - aus Sicht von Heinz Evers sind die Gehaltssprünge logische Entwicklungen.

 Keine Krise auf dem Gehaltszettel: Trotz roter Konjunkturzahlen steigen die Gehälter der Dax-Vorstände wieder
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Keine Krise auf dem Gehaltszettel: Trotz roter Konjunkturzahlen steigen die Gehälter der Dax-Vorstände wieder
Evers, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Kienbaum, erklärt die Gehaltssprünge der Dax-Vorstände gegenüber manager-magazin.de mit "Variablen in den Arbeitsverträgen": Läuft das Geschäft gut, steigt der Verdienst wie vereinbart.

Kienbaum hat unter den 30 Dax-Konzernen die Verdienst Entwicklungen der Vorstände anhand der aktuellen Geschäftsberichte und aufgrund von Schätzungen verglichen. Während Schrempp und Weber, der 2001 freiwillig auf einen Teil seines Gehaltsanspruchs verzichtete, im Zuwachs an der Spitze liegen; markiert Josef Ackermann, Vorstandschef der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen, das absolut höchste Jahreseinkommen mit 6,9 Millionen Euro.

Schrempp belegt mit 5,6 Millionen Euro Platz zwei, dann folgt Heinrich von Pierer (Siemens Börsen-Chart zeigen) mit 2,9 Millionen Euro. BASF-Lenker Jürgen Strube gehörte mit einem Zuwachs um 58 Prozent auf rund 2,6 Millionen Euro ebenfalls zu den Gewinnern in der Dax-Gehälterrunde. Weiter unten im Ranking steht Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke mit einem Grundgehalt von 1,25 Millionen Euro jährlich.

Wie viel verdient der HypoVereinsbank-Chef?

Ganz vorn auf der Verliererliste des Gummersbacher Beratungsunternehmens findet sich Albrecht Schmidt von der HypoVereinsbank Börsen-Chart zeigen, der jüngst in den Aufsichtsrat wechselte: Sein Gehalt schrumpfte laut Studie um 54 Prozent auf 1,6 Millionen Euro.

Wie viel Schmidts Nachfolger Dieter Rampl pro Jahr verdient, ist noch nicht bekannt. Evers: "Da er intern rekrutiert wurde, nehme ich an, dass sein Gehalt sich an dem des Vorgängers orientieren wird." Anders verhalte es sich, wenn ein Dax-Konzern den neuen Vorstandschef auf dem freien Markt einkauft. "Gerade bei Unternehmen, die in der Krise stecken, verlangen externe Bewerber einen Risiko-Aufschlag", sagt Evers.

Unter das aktuelle Gehaltsniveau werden die Gehälter der Topmanager nach Prognose des Kienbaum-Chefs darum auch kaum fallen: "Diese Unternehmen sind einfach zu wertvoll, als dass man ihre Vorstandschefs schlecht bezahlen könnte. Da gelten dieselben Spielregeln wie für die Trainer-Gehälter in der Bundesliga."

Trend: Kleine Vorstände, höhere Einzelgehälter

Das Sparpotenzial werde von vielen Konzernen daher momentan eher in einer Verkleinerung der Vorstände gesehen. Ähnlich wie in den USA bereits üblich, sei in Deutschland der Trend zu beobachten, dass die Topmanager der großen Konzerne mehr Aufgaben, mehr Verantwortung und schließlich auch mehr Geld angewiesen bekämen. Für Evers ist es daher "nur noch eine Frage der Zeit, wann die ersten Vorstandschefs in Deutschland 100 oder 200 Prozent mehr verdienen als ihre Kollegen im Gremium".

In der Summe haben die Gehälter aller Dax-Konzerne laut Studie noch nicht das Niveau des Jahres 2000 erreicht. Im Jahr 2001 waren sie im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent gesunken, 2002 gab es ein Plus von etwa 2,5 Prozent.

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