Dienstag, 26. März 2019

PwC/TUI Vorwurf der Quersubventionierung

Die Prüfer von PwC sollen bei der TUI-Vorgängerin Preussag Manipulationen gedeckt haben. Das behauptet Ex-Manager Hans-Joachim Selenz.

Hannover - Der ehemalige Preussag-Vorstand und Vorstandsvorsitzende der Salzgitter AG, Hans-Joachim Selenz, hat bei der US-Börsenaufsicht SEC die Deutschland-Tochter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) angezeigt.

 Hans-Joachim Selenz: Der ehemalige Stahl-Manager erhebt schwere Vorwürfe
DPA
Hans-Joachim Selenz: Der ehemalige Stahl-Manager erhebt schwere Vorwürfe
Selenz wirft PwC Bilanzmanipulation beim Preussag-Jahresabschluss 1996/97 vor. Dies berichtet die Tageszeitung "Die Welt" in ihrer Dienstagsausgabe.

Laut des Berichts weist PwC jeden Vorwurf zurück. "Die von einem früheren Vorstandsmitglied der Preussag gegen PwC erneut erhobenen Vorwürfe über unsere Arbeit bei der Preussag entbehren jeder Grundlage. Unsere Prüfungen, Bewertungen und Abschlusstestate waren ordnungsgemäß, einwandfrei und sind nicht zu beanstanden", zitiert die "Welt" eine schriftliche Stellungnahme des Wirtschaftsprüfers.

Sonderverkäufe in Milliardenhöhe

Der Vorwurf des Managers gegen seinen inzwischen zur TUI Börsen-Chart zeigen umfirmierten Ex-Arbeitgeber zielt in Richtung einer illegalen "Quersubventionierung" durch Sonderverkäufe in Höhe von 2,5 Milliarden Mark. Das Führungsgremium habe laut Selenz unter Billigung des Aufsichtsrates durch den Verkauf von Substanzwerten hohe Verluste von Tochterfirmen ausgeglichen. Die PwC-Vorgängergesellschaft C & L soll diese Buchungen gedeckt haben.

TUI hat die Bilanzierungs-Anschuldigungen gegen PwC ebenfalls zurückgewiesen. "Die Vorwürfe entbehren jeglicher Grundlage", sagte TUI-Sprecher Herbert Euler am Dienstag der Nachrichtenagentur DPA. "Der Jahresabschluss 96/97 hat ein einwandfreies Testat. Das haben auch unabhängige Prüfungen ergeben", sagte Euler. Der "Welt" zufolge droht der TUI nun als erstem deutschen Unternehmen ein Verfahren der US-Börsenaufsicht. Dazu könne er jedoch nichts sagen, erklärte der Konzernsprecher.

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