Samstag, 27. August 2016

Deutsche Bank Peinliches Leck

Die Sportmillionäre sind als Kunden hochwillkommen. Doch es mangelt der Deutschen Bank offensichtlich an Diskretion. Das sorgt für Ärger bei Sebastian Deisler und seinen hochbezahlten Kollegen.

20 Millionen Mark Handgeld überwies Bayern München dem Jungstar Sebastian Deisler
Sebastian Deisler

(22), derzeit noch im Trikot von Hertha BSC Berlin, gilt als sehr guter Fußballspieler. Immerhin verpflichtete ihn Branchen-Krösus Bayern München für die kommende Saison.

20 Millionen Mark Handgeld überwiesen die Münchener dem gebürtigen Südbadener im vergangenen Sommer bereits auf sein Konto bei der Deutschen Bank 24 in Konstanz.

Zuerst dementierten die Beteiligten - Uli Hoeneß (50), der Bayern-Manager, und Jörg Neubauer (39), der Deisler-Manager - die Riesensumme. Bis die Zeitschrift "Sport-Bild" Details der Überweisung auf das Deutsche-Bank-Konto druckte.

Neubauer erregte sich: "Ein Skandal, wie hier mit dem Bankgeheimnis umgegangen wird." Auch Hoeneß fauchte: "Das war die größte Drecksgeschichte des Jahres. Für mich ist das eine Straftat."

Allemal eine äußerst peinliche Angelegenheit für Deutschlands größte Bank. Hatte das Institut doch wie alle großen Konkurrenten erst kürzlich eine kleine, aber feine Klientel entdeckt: hoch vermögende Sportstars - reich an Geld, aber arm an Erfahrung im Umgang mit hohen Summen.

Und nun ein solcher Rückschlag, obendrein kein Einzelfall. Es häufen sich die Fälle, in denen Details des Geldverkehrs zwischen Fußballvereinen und ihrem hoch bezahlten Personal den Weg in die Blätter des Springer-Verlags finden - und immer ist die Deutsche Bank beteiligt.

325.575,45 Mark Monatsgehalt bezog Stürmer Fredi Bobic beim Bundesligisten Borussia Dortmund
So druckte "Bild" das Monatsgehalt (325.575,45 Mark) des früheren Dortmunder Stürmers Fredi Bobic (30) und berief sich auf Dokumente der Deutschen Bank. "Sport-Bild" veröffentlichte alle Gehaltsüberweisungen von Borussia Dortmund an seine Angestellten. Zahlen gefällig? Torjäger Marcio Amoroso (27) bekam im August vergangenen Jahres 347.818,28 Mark, Ersatztorwart Philipp Laux (29) nur 23.538,76 Mark.

Die Borussia führt ihr Konto, man ahnt es, bei der Deutschen Bank, die den Verein auch an die Börse brachte. Borussen-Manager Michael Meier (52) tobte: "Diese Geschichte muss Konsequenzen haben." Er erwog sogar eine Aufkündigung der Geschäftsbeziehung.

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