Montag, 29. August 2016

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Deutsche Bank Aufgerissene Pforten für Fremdfonds

Lange angekündigt, nun wird es ernst. Der Branchenprimus kooperiert mit dem konzernungabhängigen Investment-Manager Invesco.

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt
Arne Stuhr;mm.de
Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt

Frankfurt am Main - Ein Ausdruck, der bei deutschen Banken derzeit stark in Mode kommt, lautet "offene Architektur". Damit ist gemeint, dass in den Filialen nicht mehr allein hauseigene Produkte aktiv vertrieben werden, sondern auch konzernfremde Fonds. Die Banken versprechen sich davon, die immer umfassender informierten Kunden besser halten zu können.

In diesem Sinne haben nun die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und die Fondsgesellschaft Invesco ihre Kooperation angekündigt. Ihr Zusammenschluss ist nach offiziellen Angaben der erste Schritt beim Aufbau einer "offenen Plattform für Investmentprodukte Dritter" beim deutschen Branchenprimus. Invesco ist eine Tochter der Amvescap-Gruppe, einer der größten konzernunabhängigen Investment-Management-Gruppen der Welt.

Die Commerzbank Börsen-Chart zeigen und die SEB Bank werben bereits seit geraumer Zeit offensiv für ihre offene Architektur: In Fernsehspots preist die SEB Bank die Vorzüge fremder Fonds an. Die Commerzbank hat in den Fenstern ihrer Filialen Plakate mit der Aufschrift "Keine Bevormundung, bitte - Fremdfonds bei der Commerzbank".

Doch des einen Freud ist des anderen Leid. Während sich die Mutterhäuser eine stärkere Kundenbindung und höhere Profite versprechen, fangen die Fonds-Töchter an zu stöhnen. "Die Wirkung nach außen ist fatal", sagen Mitarbeiter hinter vorgehaltener Hand. Beim Kunden entstehe der Eindruck, dass das Mutterhaus die Produkte der eigenen Investmentgesellschaft für nicht gut genug halte.

Im kostenintensiven Investmentgeschäft kommt es vor allem auf die Masse an. Mit steigendem Volumen sinken die Durchschnittskosten. Da wird jedem Euro hinterher getrauert, der zur Konkurrenz abwandert.

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