Mittwoch, 19. Dezember 2018

Toyota Erfolgsrezepte

Frank Dietz und Toyotoshi Yamada über Toyotas Stärken

 Null Fehler als Grundprinzip: Produktion des Kleinwagens Yaris im französischen Valenciennes
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Null Fehler als Grundprinzip: Produktion des Kleinwagens Yaris im französischen Valenciennes

Das Geheimnis des Toyota-Erfolgs ist eigentlich gar keines: Innovation bedeutet für das Unternehmen vor allem, vorhandene Prozesse kontinuierlich zu verbessern, um einen möglichst fehlerfreien Ablauf bei der Entwicklung und Produktion von Automobilen zu garantieren. Daran arbeitet bei Toyota Börsen-Chart zeigen jeder immer und überall.

Das Toyota-Produktionssystem (TPS)ist das bekannteste Beispiel. Die Japaner haben damit einen weltweit imitierten Produktionsstandard geschaffen, der permanent behutsam weiterentwickelt wird. Optimierungsmaßnahmen werden zunächst in einem heimischen Werk ausgetüftelt und perfekt implementiert, ehe sie weltweit in andere Fabriken exportiert werden.

Seine volle Wirkung kann das Produktionssystem natürlich nur entfalten, wenn schon die Entwicklung der Fahrzeuge unnötige Komplexität vermeidet und eng mit Produktion und Schlüsselzulieferern verzahnt ist. Die Kombination von TPS mit neu entwickelten, hochkomplexen Fahrzeugen wäre schlichtweg zum Scheitern verurteilt. Daher übernehmen neue Toyotas immer einen hohen Anteil an Teilen von Vorgängermodellen.

Fehler zu machen ist für einen Toyota-Monteur in vielen Fällen ein Ding der Unmöglichkeit. Exakte Prozessbeschreibungen und montagegerechte Konstruktion beugen Qualitätsmängeln und damit kostenintensiver Nacharbeit vor.

Beispiel Kabelstecker: Während europäische Hersteller seit Jahren mit Verkabelungsproblemen kämpfen, hat Toyota sehr früh Kabelverbindungen eingeführt, die die Werker praktisch gar nicht falsch montieren können.

Die Kultur des Fehlervermeidens ist bei dem Automobilhersteller sozusagen ein Stück der "Corporate DNA"; wie auch die kontinuierliche Verbesserung bestehender Abläufe. Toyota liegt einsam an der Spitze, was die Zahl der Verbesserungsvorschläge und deren Umsetzung betrifft.

Die hohe Mitarbeitermotivation ist auch durch die Arbeitsplatzsicherheit begründet, die selbst für japanische Verhältnisse ungewöhnlich ist. Loyalität gegen Qualität lautet das Motto - oder wie es Konzernchef Hiroshi Okuda ausdrückt: "Kündigungen sind Harakiri."

Risikovermeidung ist auch bei den Zulieferern Trumpf. Sie müssen sich bei Toyota über Spitzenleistungen bei einfacheren Fahrzeugen für die Zusammenarbeit bei hochwertigen Modellreihen qualifizieren. Damit schafft es der Automobilhersteller, einen wirkungsvollen Preis- und Innovationswettbewerb unter seinen Lieferanten zu entfesseln. Gleichzeitig werden auf diese Weise sehr langfristige Beziehungen aufrechterhalten.

Bestechend ist also, was Toyotas Erfolg im Grunde ausmacht: robuste, stabile Prozesse, die präzise wie ein Uhrwerk funktionieren und dauernd generalüberholt werden.


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