Montag, 17. Dezember 2018

Commerzbank Investorengruppe Cobra am Ende

Die Investoren der Gruppe vertreten ihre Interessen in Zukunft in eigener Regie. Das Konzept der Aktionäre, die zeitweilig bis zu 17 Prozent der Commerzbank-Anteile kontrollierten, hat sich offenbar überlebt.

Die Cobra Beteiligungs GmbH vertritt seit dem 1.April 2002 nur noch die Anteile der niederländischen Rebron, zu der die beiden Initiatoren der Cobra-Idee Klaus-Peter Schneidewind und Clemens Vedder zählen. Der bisherige Geschäftsführer Hans-Georg Hofmann wird von Rebron-Geschäftsführer Martin Fervers beerbt.

Als Gründe für das Auseinandergehen ließ Cobra mitteilen, dass einzelne Investoren ihr Engagement ausgeweitet hätten, so dass die Schwelle überschritten wurde, die eine gesonderte Genehmigung des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen zur Ausübung der Stimmrechte erfordert hätte.

Der in den letzten Monaten anhaltend niedrige Aktienkurs der Commerzbank Börsen-Chart zeigen hätte zu Nachkäufen animiert. Des weiteren schätzt der Vorstandssprecher der Commerzbank Klaus-Peter Müller gegenüber "Focus Money" die Aussichten des Kreditinstituts sehr positiv ein: Infolge erfolgreich wirkender Kostenprogramme rechnet er mit einem kräftigen Gewinnanstieg für das laufende Jahr.

Nach der Cobra-Gründung vor gut zwei Jahren drängte der damalige Vorsitzende Hofmann darauf, das angeschlagene Kreditinstitut mit einem potenten Partner zu fusionieren. Der für etwa 44 Euro erworbenen Commerzbank-Aktie unterstellte er ein Potenzial von 50 Euro.

Das aggressive Auftreten der Gruppe rief allerdings schnell die Bankenaufsicht auf den Plan, die die Gesellschaft Ende 2002 zwang, ihren Anteil auf unter zehn Prozent zu drücken. Gleichzeitig litt ihr Einfluss unter dem verstärkten Engagement des italienischen Versicherers Generali und der Münchener Rück, die ihre Anteile auf rund zehn Prozent aufgestockt haben.

Die rund 30 Privatinvestoren, die hinter der Cobra GmbH standen, sind weitestgehend unbekannt. Die WCM-Beteiligungsgesellschaft des Hamburger Kaufmann Karl Ehlerding, der ursprünglich dem Investorenkreis um Cobra zugeordnet wurde, bestreitet jegliche Verbindung. WCM gab im Februar bekannt, 5,5 Prozent der Commerzbank-Anteile erworben zu haben.

Die Aktien der Commerzbank haben sich am Tag nach der faktischen Zerschlagung der Beteiligungsgruppe fester entwickelt. Am Mittwoch führte die Bankaktie gegen 18 Uhr mit einem Plus von 2,12 Prozent bei 20,70 Euro den Dax zeitweise an, der gleichzeitig um rund 0,5 Prozent auf 5.284,98 Punkte nachgab.

© manager magazin 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH