Mittwoch, 24. August 2016

Allianz Vorstände dementieren Verkaufsabsichten

Kein Verkauf: Der Konzern hält am Firmenkundengeschäft und Investmentbanking fest.

Berlin - Die Vorstände der AllianzBörsen-Chart zeigen-Gruppe, Paul Achleitner und Leonhard Fischer, haben ausgeschlossen, dass sich der Finanzkonzern von seinem Geschäftsbereich "Unternehmen und Märkte" trennen wird.

"Weder das Firmenkundengeschäft noch das Investmentbanking stehen zum Verkauf", sagte Achleitner der Zeitung "Die Welt" (Dienstagausgabe). "Es ist nicht unser Ziel, diese Unternehmenseinheit möglichst Gewinn bringend zu verkaufen. Wir bauen den Bereich um, so dass er gut in die Gruppe passt."

Branchenvertreter dagegen rechneten seit längerem damit, dass die Allianz den Geschäftsbereich "Unternehmen und Märkte" abgeben wird. In ihm sind das Firmenkunden- und Investmentbanking zusammengefasst.

"Geschäftsbereich passt gut in Konzernstrategie

Der im Konzernvorstand verantwortliche 39-jährige Fischer verwies dagegen darauf, dass sein Geschäftsbereich "Unternehmen und Märkte" sehr gut in die Strategie des integrierten Finanzkonzerns passe. "Es gibt weltweit keinen großen Wertpapiervertrieb, der nicht an eine Investmentbank angeschlossen ist." Zudem werde der Einfluss seines Geschäftsbereichs auf die Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns überschätzt. "Es ist ja nicht so, dass hier eine riesige Investmentbank mit einer kleinen Versicherung zusammengegangen ist."

Vorstände ziehen positive Bilanz

Die beiden Vorstände, die als Architekten des Zusammenschlusses zwischen Allianz und Dresdner Bank gelten, zogen ein Jahr nach Bekanntgabe der Transaktion eine positive Bilanz. "Wir haben aus dem Stand heraus in der privaten und betrieblichen Altersvorsorge einen Marktanteil von mehr als 20 Prozent erreicht", sagte Achleitner.

Der 45-jährige Österreicher wehrte sich gegen die Kritik, sein Haus habe zu viel für die Dresdner Bank bezahlt. "Möglicherweise könnten wir die Dresdner Bank heute gar nicht mehr kaufen. Es war eine Gelegenheit, die wir nicht vorbeiziehen lassen konnten."

Veräußerungsgewinne: Achleitner rechnet weiter mit Steuerbefreiung

Achleitner, der im Vorstand der Allianz für das Beteiligungsportfolio im Wert von rund 50 Milliarden Euro zuständig ist, erwartet nicht, dass die Bundesregierung die Steuerbefreiung von Veräußerungsgewinnen wieder zurücknimmt. "Darunter würde der Ruf der Bundesrepublik als verlässlicher Wirtschaftsstandort leiden", begründe Achleitner seine Aussage.

Das Tempo, in dem sich Finanz- und Industriekonzerne in Deutschland von ihren gegenseitigen Beteiligungen trennen werden, geben nach Ansicht Achleitners die Aktienmärkte vor. "Zieht die Börse wieder an, kann die Entflechtung sehr schnell gehen; verharren die Märkte in der jetzigen Verfassung, dann verzögert sich dieser Prozess möglicherweise um Jahre.

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