Mittwoch, 7. Dezember 2016

Dresdner Bank 183 Filialen geschlossen

Vorläufige Eckdaten - der Gewinn der Allianz-Tochter ist 2001 um fast 90 Prozent eingebrochen. Die Gerüchte um ein Angebot für die Springer-Anteile der Kirch-Gruppe halten sich hartnäckig.

Dresdner-Bank-Filiale in Frankfurt

Frankfurt - Der Konzerngewinn der zum Münchener Allianz-Konzern Börsen-Chart zeigen gehörenden Dresdner Bank ist 2001 um 89,3 Prozent eingebrochen. Die Dresdner erzielte einen Jahresüberschuss nach Steuern von 186 Millionen Euro. 2000 war noch ein Nachsteuergewinn von 1,74 Milliarden Euro ausgewiesen worden. Im vierten Quartal 2001 rutschte das Kreditinstitut tief in die roten Zahlen und verzeichnete im Schlussquartal einen Konzern-Verlust von 517 Millionen Euro.

Laut Bankenanalyst Georg Kanders von WestLB Panmure lagen die Ergebnisse der Bank operativ im Rahmen der Erwartungen. Dabei habe der etwas höher als angenommen liegende Zinsüberschuss teilweise den niedriger als erwartet ausgefallenen Provisionsüberschuss kompensiert.

4000 Stellen wurden abgebaut

Der Vorstand der Bank ist zuversichtlich, im laufenden Geschäftsjahr eine Ergebnisverbesserung zu erzielen. Das Geldhaus begründete diese Annahme am Mittwoch bei der Bekanntgabe der vorläufigen Jahreszahlen mit dem verglichen zu den Vorjahren geringeren Zuwachs des Verwaltungsaufwandes im Jahr 2001. Dieser nahm - bereinigt um Erstkonsolidierungen und andere Sondereffekte - um fünf Prozent zu. Ohne diese Korrekturen legte er ab er mit 13,5 Prozent auf dem hohen Niveau der Vorjahre zu und belief sich in 2001 auf 8,68 Milliarden Euro.

Um die Kosten weiter in den Griff zu bekommen, wurden alleine im vergangnen Jahr 183 von vorher 986 Geschäftsstellen in Deutschland geschlossen. Außerdem teilte der Vorstand mit, dass bis Ende 2001 rund 4000 der angekündigten 7800 Stellen abgebaut worden seien.

Außerdem schlug der Vorstand dem Aufsichtsrat eine Dividende von 0,7 Euro vor. Das entspricht einer Reduzierung von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

"Kein Kommentar"

Neben den Zahlen der Dresdner Bank hatten zusätzlich noch Gerüchte für Aufsehen gesorgt, dass die Frankfurter ebenfalls an den Springer-Aktien der Kirch-Gruppe interessiert seien. Das hatte die "Financial Times Deutschland" in ihrer Mittwochsausgabe geschrieben.

Gegenüber manager-magazin.de wollte die Dresdner Bank die Gerüchte nicht kommentieren. In Branchenkreisen wird ein Angebot aber für durchaus wahrscheinlich gehalten. Nach "Handelsblatt"-Informationen sollen auch Credit Suisse First Boston und JP Morgan Chase zu Geboten bereit sein.

stu

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