Montag, 26. September 2016

Deutsche Bank Tag der Entscheidung

Die Entwicklungen in der Führung haben das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen alarmiert.

Frankfurt am Main - Die Pläne für die neue Führungsstruktur der Deutschen Bank sind noch nicht öffentlich. Das Bundesaufsichtsamts für das Kreditwesen hat sich dennoch bereits daran gemacht zu prüfen, ob das in der Presse kursierende Modell in Einklang mit dem deutschen Aktiengesetz und dem Kreditwesengesetz zu bringen ist. Das sagte eine Sprecherin gegenüber manager-magazin.de.

Im Deutschen Aktiengesetz ist festgelegt, dass es hierzulande in einer Aktiengesellschaft einen für das operative Geschäft zuständigen Vorstand und einen Aufsichtsrat als Kontrollorgan geben muss. Darüber können sich auch der designierte Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Josef Ackermann, und Hilmar Kopper nicht hinwegsetzen. Beide streben an, die Position des Vorstandchefs zu stärken, und zwar getreu dem angelsächsischen Modell.

Dort hat der "Chief Executive Officer" deutlich mehr Macht. Er darf sich sein Führungsgremium, die Mitglieder des Exekutivkomitees, selber zusammenstellen und bei Bedarf auch wieder entlassen.

Um nicht gegen geltendes Recht zu verstoßen, bleibt Ackermann die Möglichkeit, neben dem Vorstand ein Exekutivkomitee mit ihm an der Spitze aufzubauen. Die Frage ist dann, ob in diesem Gremium die eigentlichen Entscheidungen getroffen werden und der Vorstand zu einem Sammelbecken von Ab-Nickern verkommt. Wäre das der Fall, müsste das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen einschreiten. Eine Stellungnahme wollte die Sprecherin noch nicht abgeben. "Ich sage nur so viel: Wir prüfen."

Und Grund zum Prüfen gibt es. Wie manager-magazin.de aus vorstandsnahen Kreisen erfuhr, "ist das, was durch die Presse geistert - die Verschlankung des Vorstands, die Einführung eines Exekutivkomitees, das sich um das operative Geschäft kümmert - nicht verkehrt". Zur Personalie Thomas R. Fischer hält man sich allerdings bedeckt. "Donnerstag wissen wir alle mehr." Das betrifft nicht nur die Zukunft des deutschen Branchenprimus, sondern die der Frankfurter Bankenszene insgesamt. Kein Wunder, dass am Main die Stunden bis zum Tag der Entscheidung gezählt werden.

Katy Hillmann

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